Feuilleton à ma façon - eine Art Feuilleton

Mittwoch, 21. Januar 2009

Und wo wir schon beim Thema Fernsehkucken sind ...

Es stimmt schon, was Reich-Ranicki sagt: es gibt hie und da wunderbar interessante Sendungen -Schwerpunkte, Portraits, Literaturverfilmungen etc.- im Fernsehprogramm. Allerdings muss man erst mal darauf aufmerksam werden! Passiert bei mir in 9 von 10 Fälle erst im Nachhinein! Und so muss ich sagen: das ist gemein! Denn die Realität hält bei diesen oft sehr gut gemachten Dokus und besonders bei Fernsehverfilmungen in der Regel leider nur zwei Möglichkeiten für uns bereit: Entweder man kuckt sie am Ausstrahlungstermin- oder gar nicht. Denn die Filme erscheinen in den seltensten (und eben pompösesten, aufwendigsten und teuersten- was nicht heißen will schlechten) Fällen auf DVD. Unscheinbarere Produktionen fristen ihr Dasein nach der Austrahlung in den Archiven der Öffentlich-Rechtlichen. Es wirkt mir fast verschwenderisch. Wie an diese Filme rankommen? Es gibt offenbar die Möglichkeit, sie bei den Sendern als Kopie auf DVD zu bestellen. Dies soll allerdings teuer sein, und ausprobiert habe ich es auch noch nie.

Gedenkstätte nicht gesehener Filme:

Leo Perutz: Der Meister des jüngsten Tages (Regie: M. Kehlmann)
Heimito von Doderer: Die Wasserfälle von Slunj (Regie: P. Patzak)
Lion Feuchtwanger: Die Geschwister Oppermann (Regie E. Monk)

Dienstag, 20. Januar 2009

Kultur und Unterhaltung im Fernsehen

Lang lang ists her, aber nun hab auch ich mich mal schlau gemacht und mir Gedanken gemacht:

Große Wellen hat die Ablehnung des Deutschen Fersehpreises durch Marcel Reich-Ranicki (siehe Video)geschlagen. Ihm nachträglich in seinem Hauptkritikpunkt -mangelhafter Qualität des Programmangebots des Deutschen Fernsehns- beigesprungen ist Elke Heidenreich. In einem



Artikel in der FAZ hat sie sich dabei -nach später geäußerter eigener Ansicht- mit unsanfter Kritik -auch an Brötchengeber ZDF- sehr weit aus dem Fenster gelehnt. So weit, dass der ZDF das "Vertrauensverhältnis zwischen dem ZDF und Frau Heidenreich ... so nachhaltig zerstört (sieht), dass eine gedeihliche und sinnvolle Zusammenarbeit nicht mehr möglich ist." So gibt es seit dieser Auseinandersetzung Heidenreichs Literatursendung "Lesen" nicht mehr. Im Nachhinein legt [Heidenreich im Interview] denn genauer dar, worum es ihr (und wohl auch Ranicki) im wesentlichen geht: "dass sich das öffentlich-rechtliche Fernsehen, dass immer noch eine Domäne für gutes Fernsehn in weiten Strecken ist, nicht gemein macht mit den Privaten und nicht auf ein Niveau so weit heruntergeht, dass plötzlich die beste Unterhaltungssendung Deutschland sucht den Superstar ist." Missverstehen würde diese Kritik, wer darin einen Vorwurf liest, dass diese Sendungen überhaupt existieren. Sie will vielmehr auf das Problem aufmerksam machen, dass das Unterhaltungsfernsehen immer mehr Sendezeit in Anspruch nimmt und damit Sendungen, die sich der nicht primär unterhaltsamen Auseinandersetzung mit Themen widmen, immer mehr aus dem Programm verdrängt. (Wer hört nicht öfters, dass zu bestimmten Sendezeiten sowieso nur Scheiße läuft? Heidenreichs Sendezeit war übrigens irgendwann lang nach Geisterstunde.) Immerhin gibt es auch für "ernsthafte" Sendungen ein Publikum. Und warum sollte dieses Publikum nicht auch Fernsehn dürfen (respektive können, weil einfach kein Angebot an Sendungen vorhanden ist)? Wäre doch irgendwie gemein. Nun gut, im Zuge der Ereignisse hat sich nun folgende Situation ergeben: Heidenreichs Sendung "Lesen" wurde abgesetzt, der ZDF sucht nach einem (nicht notwendigerweise literarischen) Nachfolgeprogramm. Das [Unterhaltungsfernsehen weiß diesen Eklat] -wenn es auch nicht versteht, sich mit seinen Hintergründen auseinanderzusetzen- [natürlich zu verwursten].

Dazu auf Literaturcafe.de

Aus für Lesen
Mutloses Bücherloben im ZDF
Brief des Bundesverbands der jungen Autorinnen und Autoren an das ZDF

Freitag, 9. Januar 2009

Der Mythos des Ulysses

Immer wieder wird, scheint´s, James Joyce´ "Ulysses" als Bezugspunkt herangezogen, wenn Rezensenten ein literarisches Werk in ihren Besprechungen verorten wollen- in der Regel als mattes Flämmchen, das Lichtjahre von Joyce´ Sternenwolke entfernt mitleiderregend flackert. "Dass jetzt bloß keiner mit Joyce kommt!" lässt sich beispielsweise auch Christian Weiss in seiner Besprechung zu Michael Stavaric´ Herbstnovität "Magma" auf zeit.de vernehmen, und ist es somit selbst, der diesen Bezug bringt.

Der Ulysses scheint der bequeme Bezugspunkt im Unnahbaren, mittels dessen sich jedes zeitgenössische Werk ohne große Umstände und nach Belieben positionieren lässt.

Was haben wir aber davon, wenn Weiss in seinem Beitrag zwischendurch den Joyce beschwört? Es wirkt, wie ich finde, zumindest zusammenhanglos und deplaziert. Darum ist ist sein sogearteter "Versuch", etwas über das besprochene Buch auszusagen, vielleicht am besten mit seinen eigenen Schlussworten zu kommentieren: "Schlau wird der Leser nicht daraus".

Freitag, 18. April 2008

Vita urbana

Jan hat diese Tage begonnen, seine neue Beitragsreihe "Vita urbana" auf seinem Blog zu veröffentlichen. Darin werden im Laufe der Zeit immer wieder Stadtbetrachtungen als Gastbeiträge veröffentlicht werden. Ein überaus interessantes Projekt, wie ich finde!

Den Anfang machte von genau zwei Wochen Barbara Cunietti mit ihrem Beitrag "Milano, mein Milano!". Bald wird dort voraussichtlich auch Wien in einem Beitrag vertreten sein, an dem ich gerade arbeite.

Dienstag, 23. Oktober 2007

Ein trüber Nachmittag ...

(oder: Kleine Lobrede auf das Wiener Kaffeehaus)

Ich sitze im Café Eiles. Auf dem Weg hierher ließ ich meine Gedanken schweifen, aus den regennassen Strassen Wiens dorthin, wo ich in Kürze sein würde - nun bin. Ich freute mich darauf, dass ich -ich habe heute Abend noch einiges zu lernen- dem Regen, dem Trubel, dem Lernen entronnen, eine eigene kleine Welt betreten würde, und mir kamen Goethes Worte in den Sinn, die ich irgendwo einmal gelesen habe: "Es ist doch lange hergebracht/dass man in der großen Welt/ sich kleine Welten schafft".
Und dieses Kaffeehaus hier ist heute Nachmittag eine solche kleine Welt für mich: Sie ist schön mit ihren beige-braunen Wänden, ihren Zeitungen und Topfenstrudeln, ihrem Kaffeetassengeklimper und ihren Tischgesprächen. Schön mit ihren schwarzbefrackten Kellnern, ihren höflichen Freundlichkeiten und ihrem "So- a Melange, bitte sehr". Ein kleine Welt, in der ich, einen Kaffee am Tisch, vielleicht auch ein Buch in der Hand, gerne bin. In die die Leute kommen, um sich ihren Musen zu widmen und in der die Uhren vielleicht wirklich -wie man so sagt- ein bisschen anders gehen.
Ja, es stimmt schon, draußen ist´s anders. Vielleicht werde ich noch etwas hierbleiben ...

Mittwoch, 17. Oktober 2007

Orte, Zeiten, Literaten

Wenn sich Intellektuelle heutzutage in Wiener Kaffeehäusern herumtreiben, so ist mir das -zugegebenermaßen- egal. Etwas anders verhält sich die Sache für mich, wenn die betreffenden Personen nun schon mehr oder weniger lange tot sind, und dieses Tummeln eben zu ihren Lebzeiten praktizierten. Denn viele von ihnen haben ein literarisches Werk geschaffen, das ihnen bei mir -der ich ja zugegebenermaßen zu klassischen Kunstwerken neige- einen Platz in meinem aber auch in manch and´rem! Bücherregal einräumte.

So ist die Geschichte des Wiener Kaffeehauses "zugleich eine Geschichte der Wiener Literatur und Kunst seit 1890" - wie der Insel-Verlag in "Das Wiener Kaffeehaus" schreibt.

Und das Schöne an der Sache -finde ich- ist:
Man kann an jene Orte gehen - Orte, die dem Geiste vergangener Epochen Raum gaben. Und man kann die Zeugen dieser Epochen -die Bücher- dorthin mitnehmen, um darin zu lesen. Es handelt sich also um ein Stück erlebbare Geschichte, um Geschichte, in die man selbst eintauchen, die man am eigenen Körper (und Geiste!) erfahren kann.

Wien, Wien, nur du allein!

Hier findet Ihr, was wir gefunden haben:

● Kaffeehäuser
Viennese Coffee Houses

● Restaurants

● Buchläden

● Besonderes und "Geheimtipps"

Alles im Überblick: mit der cafe.twoday-Wienkarte

Tipps für Ausflüge ins Grüne: Into the Green

Wien in Bildern und Infos:
Die Stadtportraits

Bücher!

Hier findet ihr unsere Buch-, Hörbuch und Filmnotizen von A-Z sowie auch ein Verzeichnis klassischer ErzählerInnen !

Unsere Stadt in der Literatur- darauf will die Rubrik Literatur in Wien eingehen.

Weiters kurze Portraits zu Leben und Werk geschätzter Literaten

Dies und das

Hier einige nette Geschichten, Gedichte, Anekdoten und Zitate

Humor, ob bissig oder bescheiden:
Die Phänomene!

appetizers

phil1

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