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Feuilleton à ma façon - eine Art Feuilleton

unsere uni

besetztSeit Dienstag haben nun Wiener Studierende die Aula der Akademie der Bildenden Künste, seit Donnerstag das Audimax der Hauptuni besetzt und damit zu ihrem eigenen Versammlungs- und Diskussionsort gemacht. Das Audimax wird so zur Plattform, auf der die gemeinsamen Anliegen vieler Studierender ausgesprochen, diskutiert und an die Öffentlichkeit getragen werden. Diese Bewegung hat sich beinahe ohne organisatorische Vorbereitungen zusammengefunden, verbindenes Element unter den Prostestierenden stellt der gemeinsam empfundene Unmut gegenüber der österreichischen und europäischen Bildungs- und Sozialpolitik dar. Als explizit formuliertes Ziel des Protests wurde in mehreren Plena, die alle ausnahmslos für jeden zugänglich sind und in denen jeder seine Meinung äußern und sich an der Diskussion beteiligen kann, folgendes Motto beschlossen:

"Mehr Geld für Bildung und Soziales statt für Banken und Konzerne" [siehe dazu unbedingt auch den Flyer und die konkreten Forderungen]

Die Studierenden haben sich dabei von Anfang an sehr gut organisiert und vernetzt. Es wurden Arbeitsgruppen mit verschiedenen Anliegen und zielen gegründet: eine AG Forderungen arbeitet konkrete Forderungen der Bewegung aus, eine AG MigrantInnen arbeitet spezialisiert an Forderungen, die im Speziellen die Repressionen gegenüber Nicht-EU-Studenten betreffen; eine AG Demo bereitet eine Kundgebung und Grossdemonstration vor und eine AG Vernetzung bemüht sich um den Austausch und die Vernetzung mit anderen sozialen Institutionen in Österreich und Europa (z.B. Gewerkschaft der MetallerInnen, Gewerkschaft der österreichischen Jugend, der ÖGB Lehrlinge, österreichischen SchülerInnenvertretungen, StudentInnenvertretungen anderer Europäischen Universitäten...); eine AG Presse sammelt die Berichte, die bisher in der internationalen Presse über die Besetzung aufgetaucht sind und bereitet sich auf den Dialog mit den Medien vor.

Früchte hat all dies bereits getragen: es haben sich die Universitäten Graz und Innsbruck den Protesten mit selbstständigen Besetzungen angeschlossen, die Universitäten Klagenfurt, Salzburg und Linz bereiten Proteste und Demos vor. StudentInnenvertretungen verschiedener universitärer Institutionen und anderer Europäischer Universitäten haben ihre Solidarität bekundet, darunter etwa: Arbeitskreis Bildungspolitik Halle/Saale, National
 Union 
of 
Students 
in 
Denmark, IG externe LektorInnen und freie WissenschafterInnen, die Politikwissenschaft der Universität Turin usw... .

Weiters haben schon viele, auch außeruniversitäre Personen Interesse an der Besetzung gezeigt, und dementsprechend nutzen die StudentInnen auch seit gestern die Gelegenheiten, diese Menschen zu Diskussionen ins Audimax einzuladen. Zu den bisherigen Gästen zählen der Professor für Europäische Studien am Londoner Kings College Alex Callinicos sowie ein Gastauftritt der Iranischen Theatergruppe "Theater der Unterdrückten". Für den heutigen sind weitere Besuche und Diskussionen vorgesehen: durch Klaus Werner-Lobo, Isolde Charim und auch durch den bekannten Schriftsteller Robert Menasse.

Die Debatte findet also nicht nur im Audimax statt, sondern wird von den Studierenden auf allen Wegen in die Öffentlichkeit getragen: per Livestream, per Facebook, per eigener Homepage, Demos, Flyern usw. Am heutigen Nationalfeiertag nutzten die Studis etwa die Gelgenheit der Präsenz der Österreichischen Bürger- und BürgerInnen am Ring, eine öffentliche Alternativ-Angelobung auf der Uni-Rampe vorzunehmen: "Ich gelobe meine Bildung sowie den freien Bildungszugang zu schützen und mit Transpi und Stimme zu verteidigen..."

Es geht den StudentInnen besonders darum, dass die Besetzung der Öffentlichkeit nicht als ein verfälschtes mediales Bild präsentiert wird und ernsthaften Anliegen und Ziele des Unterfangens unverzerrt die Öffentlichkeit gelangen. Auch legen sie große Bedeutung darauf, dass wahrgenommen wird, dass im Mittelpunkt ihres Protests zwar die Bildungssituation steht, dass aber grundsätzlich unbedingt Solidarität der Studis gegenüber anderen sozialen Institutionen, Anliegen und Bewegungen (wie etwa Lohnforderungen der Gewerkschaften, Migranteninstitutionen, ...) gegeben ist und sie sich über ein gemeinsames Auftreten dieser für höhere Bildungs- und Sozialstandards freuen würden!

Solidarisierungen mit den Studierenden sind über die Homepage unsereuni.at möglich.

Und wo wir schon beim Thema Fernsehkucken sind ...

Es stimmt schon, was Reich-Ranicki sagt: es gibt hie und da wunderbar interessante Sendungen -Schwerpunkte, Portraits, Literaturverfilmungen etc.- im Fernsehprogramm. Allerdings muss man erst mal darauf aufmerksam werden! Passiert bei mir in 9 von 10 Fälle erst im Nachhinein! Und so muss ich sagen: das ist gemein! Denn die Realität hält bei diesen oft sehr gut gemachten Dokus und besonders bei Fernsehverfilmungen in der Regel leider nur zwei Möglichkeiten für uns bereit: Entweder man kuckt sie am Ausstrahlungstermin- oder gar nicht. Denn die Filme erscheinen in den seltensten (und eben pompösesten, aufwendigsten und teuersten- was nicht heißen will schlechten) Fällen auf DVD. Unscheinbarere Produktionen fristen ihr Dasein nach der Austrahlung in den Archiven der Öffentlich-Rechtlichen. Es wirkt mir fast verschwenderisch. Wie an diese Filme rankommen? Es gibt offenbar die Möglichkeit, sie bei den Sendern als Kopie auf DVD zu bestellen. Dies soll allerdings teuer sein, und ausprobiert habe ich es auch noch nie.

Gedenkstätte nicht gesehener Filme:

Leo Perutz: Der Meister des jüngsten Tages (Regie: M. Kehlmann)
Heimito von Doderer: Die Wasserfälle von Slunj (Regie: P. Patzak)
Lion Feuchtwanger: Die Geschwister Oppermann (Regie E. Monk)

Kultur und Unterhaltung im Fernsehen

Lang lang ists her, aber nun hab auch ich mich mal schlau gemacht und mir Gedanken gemacht:

Große Wellen hat die Ablehnung des Deutschen Fersehpreises durch Marcel Reich-Ranicki (siehe Video)geschlagen. Ihm nachträglich in seinem Hauptkritikpunkt -mangelhafter Qualität des Programmangebots des Deutschen Fernsehns- beigesprungen ist Elke Heidenreich. In einem



Artikel in der FAZ hat sie sich dabei -nach später geäußerter eigener Ansicht- mit unsanfter Kritik -auch an Brötchengeber ZDF- sehr weit aus dem Fenster gelehnt. So weit, dass der ZDF das "Vertrauensverhältnis zwischen dem ZDF und Frau Heidenreich ... so nachhaltig zerstört (sieht), dass eine gedeihliche und sinnvolle Zusammenarbeit nicht mehr möglich ist." So gibt es seit dieser Auseinandersetzung Heidenreichs Literatursendung "Lesen" nicht mehr. Im Nachhinein legt [Heidenreich im Interview] denn genauer dar, worum es ihr (und wohl auch Ranicki) im wesentlichen geht: "dass sich das öffentlich-rechtliche Fernsehen, dass immer noch eine Domäne für gutes Fernsehn in weiten Strecken ist, nicht gemein macht mit den Privaten und nicht auf ein Niveau so weit heruntergeht, dass plötzlich die beste Unterhaltungssendung Deutschland sucht den Superstar ist." Missverstehen würde diese Kritik, wer darin einen Vorwurf liest, dass diese Sendungen überhaupt existieren. Sie will vielmehr auf das Problem aufmerksam machen, dass das Unterhaltungsfernsehen immer mehr Sendezeit in Anspruch nimmt und damit Sendungen, die sich der nicht primär unterhaltsamen Auseinandersetzung mit Themen widmen, immer mehr aus dem Programm verdrängt. (Wer hört nicht öfters, dass zu bestimmten Sendezeiten sowieso nur Scheiße läuft? Heidenreichs Sendezeit war übrigens irgendwann lang nach Geisterstunde.) Immerhin gibt es auch für "ernsthafte" Sendungen ein Publikum. Und warum sollte dieses Publikum nicht auch Fernsehn dürfen (respektive können, weil einfach kein Angebot an Sendungen vorhanden ist)? Wäre doch irgendwie gemein. Nun gut, im Zuge der Ereignisse hat sich nun folgende Situation ergeben: Heidenreichs Sendung "Lesen" wurde abgesetzt, der ZDF sucht nach einem (nicht notwendigerweise literarischen) Nachfolgeprogramm. Das [Unterhaltungsfernsehen weiß diesen Eklat] -wenn es auch nicht versteht, sich mit seinen Hintergründen auseinanderzusetzen- [natürlich zu verwursten].

Dazu auf Literaturcafe.de

Aus für Lesen
Mutloses Bücherloben im ZDF
Brief des Bundesverbands der jungen Autorinnen und Autoren an das ZDF

Der Mythos des Ulysses

Immer wieder wird, scheint´s, James Joyce´ "Ulysses" als Bezugspunkt herangezogen, wenn Rezensenten ein literarisches Werk in ihren Besprechungen verorten wollen- in der Regel als mattes Flämmchen, das Lichtjahre von Joyce´ Sternenwolke entfernt mitleiderregend flackert. "Dass jetzt bloß keiner mit Joyce kommt!" lässt sich beispielsweise auch Christian Weiss in seiner Besprechung zu Michael Stavaric´ Herbstnovität "Magma" auf zeit.de vernehmen.

Der Ulysses scheint der bequeme Bezugspunkt im Unnahbaren, mittels dessen sich jedes zeitgenössische Werk ohne große Umstände und nach Belieben positionieren lässt. Dabei kenne ich persönlich gerade eine Person, die ihn gelesen hat. Es sind einzig die abstrakten Kommentare, dass etwas nicht an Joyce und seinen Ulysses herankomme, die implizieren, diesen (zumindest irgendwie) zu fassen.

Was haben wir nun also davon, wenn Weiss in seinem Beitrag mal zwischendurch den Joyce beschwört? Es wirkt, wie ich finde, zumindest zusammenhanglos und deplaziert. Darum ist ist sein sogearteter "Versuch", etwas über das besprochene Buch auszusagen, vielleicht am besten mit seinen eigenen Schlussworten zu kommentieren: "Schlau wird der Leser nicht daraus".

Vita urbana

Jan hat diese Tage begonnen, seine neue Beitragsreihe "Vita urbana" auf seinem Blog zu veröffentlichen. Darin werden im Laufe der Zeit immer wieder Stadtbetrachtungen als Gastbeiträge veröffentlicht werden. Ein überaus interessantes Projekt, wie ich finde!

Den Anfang machte von genau zwei Wochen Barbara Cunietti mit ihrem Beitrag "Milano, mein Milano!". Bald wird dort voraussichtlich auch Wien in einem Beitrag vertreten sein, an dem ich gerade arbeite.

Ein trüber Nachmittag ...

(oder: Kleine Lobrede auf das Wiener Kaffeehaus)

Ich sitze im Café Eiles. Auf dem Weg hierher ließ ich meine Gedanken schweifen, aus den regennassen Strassen Wiens dorthin, wo ich in Kürze sein würde - nun bin. Ich freute mich darauf, dass ich -ich habe heute Abend noch einiges zu lernen- dem Regen, dem Trubel, dem Lernen entronnen, eine eigene kleine Welt betreten würde, und mir kamen Goethes Worte in den Sinn, die ich irgendwo einmal gelesen habe: "Es ist doch lange hergebracht/dass man in der großen Welt/ sich kleine Welten schafft".
Und dieses Kaffeehaus hier ist heute Nachmittag eine solche kleine Welt für mich: Sie ist schön mit ihren beige-braunen Wänden, ihren Zeitungen und Topfenstrudeln, ihrem Kaffeetassengeklimper und ihren Tischgesprächen. Schön mit ihren schwarzbefrackten Kellnern, ihren höflichen Freundlichkeiten und ihrem "So- a Melange, bitte sehr". Ein kleine Welt, in der ich, einen Kaffee am Tisch, vielleicht auch ein Buch in der Hand, gerne bin. In die die Leute kommen, um sich ihren Musen zu widmen und in der die Uhren vielleicht wirklich -wie man so sagt- ein bisschen anders gehen.
Ja, es stimmt schon, draußen ist´s anders. Vielleicht werde ich noch etwas hierbleiben ...

Orte, Zeiten, Literaten

Wenn sich Intellektuelle heutzutage in Wiener Kaffeehäusern herumtreiben, so ist mir das -zugegebenermaßen- egal. Etwas anders verhält sich die Sache für mich, wenn die betreffenden Personen nun schon mehr oder weniger lange tot sind, und dieses Tummeln eben zu ihren Lebzeiten praktizierten. Denn viele von ihnen haben ein literarisches Werk geschaffen, das ihnen bei mir -der ich ja zugegebenermaßen zu klassischen Kunstwerken neige- einen Platz in meinem aber auch in manch and´rem! Bücherregal einräumte.

So ist die Geschichte des Wiener Kaffeehauses "zugleich eine Geschichte der Wiener Literatur und Kunst seit 1890" - wie der Insel-Verlag in "Das Wiener Kaffeehaus" schreibt.

Und das Schöne an der Sache -finde ich- ist:
Man kann an jene Orte gehen - Orte, die dem Geiste vergangener Epochen Raum gaben. Und man kann die Zeugen dieser Epochen -die Bücher- dorthin mitnehmen, um darin zu lesen. Es handelt sich also um ein Stück erlebbare Geschichte, um Geschichte, in die man selbst eintauchen, die man am eigenen Körper (und Geiste!) erfahren kann.

Literarische Schwerpunkte

Liebe Leute!

Ich hatte da eine Idee, die ich euch gern erzählen würde und die vielleicht bei dem einen oder anderen auf Interesse stoßen wird. Wir hatten anfangs versucht, uns mit speziellen Büchern auseinanderzusetzen, die wie in einem Lesezirkel ausgewählt wurden. Das hat in dieser Form aber dann im Endeffekt niemanden interessiert.

Nun dachte ich mir eben, dass man doch so etwas wie "literarische Schwerpunkte" finden könnte, die dem Geschmack aller Personen entsprechen, die sich daran beteiligen wollen. Jede(r) liest dann zu diesem Thema was ihm gefällt, lernt dieses Thema auf seine Art kennen, kann Querverweise schaffen und sich mit andern darüber austauschen wann er/sie Lust hat. Das Gute ist dass jede(r) tun kann wie er will und wann und wie lang er/sie will.

Ein Beispiel für solche Schwerpunkt wäre für mich etwa: Wien und Österreich-Ungarn um die Jahrhundertwende, Zerfall der Monarchie und Beginn des Krieges (Was für eine Überraschung, nicht? ;)). Hier fallen mir etwa Autoren wie Roth, Zweig aber auch z.B. Remarque ein.

Hier seht ihr Stefan Zweig und Joseph Roth im Jahre 1936 - wobei die beiden Literaten auf dem Foto meiner Meinung nach äußerst vorteilhaft getroffen sind :).



Der Phantasie sind ja in Hinsicht auf solche Schwerpunkte keine Grenzen gesetzt ...

Wer wir sind

Dies ist das Blog einer Gruppe von Leuten, die gerne lesen, plaudern und anregende Gespräche in angenehmer Gesellschaft schätzen. (mehr ...)

Hier gelangt ihr zum Gästebuch.

Kaffee, Buch & Kultur in Wien

Hier findet ihr Links und Infos zu Wiener Kaffeehäusern, Buchläden und Theatern und Musiktheatern wie auch zu Museen, Galerien und Co. für euch bereit!

Bücher!

Hier findet ihr unsere Buch-, Hörbuch und Filmnotizen von A-Z sowie auch ein Verzeichnis klassi- scher Prosatexte (v.a. aus dem 18. und 19. Jahrhundert)!

Veranstaltungen

Hie und da stellen wir hier auch Hinweise auf aktuelle Veranstaltungen in Wien zur Verfügung!

Anderes

Hier einige nette Geschichten, Anekdoten und Zitate

Feuilleton à ma façon

Einige eigene oder geschätzte Lyrik und Prosa haben wir hier für euch gesammelt

Wien in Bildern:
Die Spaziergänge

Portraits zum Leben geschätzter Persönlichkeiten

Humor, ob bissig oder bescheiden:
Die Phänomene!

Ergebnisse kurz- zeitiger Klarheit und Auffassungsgabe: "Angedacht"

appetizers

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