DVD-Film

Richard Yates: Zeiten des Aufruhrs

Seit gestern ist in den österreichischen Kinos die Verfilmung von Richard Yates´ Roman Zeiten des Aufruhrs zu sehen. Eigenes kann ich euch über Yates Werk leider nicht berichten. Das aber, was ich gehört oder in Zeitungen gelesen habe, ist bisher durchwegs positiv. Seine Romane sollen ebenso eindrucksvolle wie bedrückende Stimmungsbilder einer kleinbürgerlichen Welt sein, in der die Menschen daran leiden, nicht jene Leben zu führen, die sie ersehnen. Sie vergehen in ihrer Welt. Wieland Freund etwa erzählt in seinem aktuellen Artikel "Richard Yates blickte in die Abgründe Amerikas" manch Interessantes sowohl über Autor als auch über die "Zeiten des Aufruhrs". Auch Karl Markus Gauss weiß auf Zeit Online in seinem Beitrag "Jeder Drink kann der letzte sein" die Person Yates und den besonders Roman Easter Parade" überaus interessant zu besprechen.

Zeiten des Aufruhrs
offizielle Filmhomepage

Zeiten des Aufruhrs
... als DVA-Taschenbuch
... als dtv-Taschenbuch

Easter Parade
... als DVA-Taschenbuch

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Es geschah am hellichten Tag

Alt oder neu oder Buch?

Zwei bedeutende Verfilmungen gibt es von Friedrich Dürrenmatts großem Kriminalroman "Das Versprechen". Kurz zum Inhalt: Ein Hausierer findet die Leiche eines Mädchens und meldet den Fund der Polizei. Bald wird er selbst der Tat verdächtigt, bricht unter dem Druck der Verhöre zusammen und gesteht den Mord. Obwohl der Fall abgeschlossen ist, glaubt der Kommissar Matthäi nicht an die Schuld des Hausierers und unternimmt auf eigene Faust weitere Nachforschungen. An einer Tankstelle quartiert er sich als neuer Tankwart ein und stellt dem grausamen Kinderschänder eine Falle. Ein kleines Mädchen soll den Lockvogel spielen.

Quelle: buchkatalog.de

Die neuere Verfilmung, die auch "Das Versprechen" betitelt ist, stellt eine Übertragung der Handlung ins Kanada der Jetztzeit dar. Hauptdarsteller ist Jack Nicholson, Regie führte Sean Penn.

Die ältere Verfilmung von 1958 aber wurde unter Mitwirkung von Dürrenmatt selbst, etwa bei der Erstellung des Drehbuches, verwirklicht. Sie ist damit wunderbar nahe am Buch angesiedelt, und vieles erinnert -zumindest mich- bei Ansehen an meine eigenen Bilder und Vorstellungen während der Lektüre. Die Regie zu dieser Verfilmung, die den Titel "Es geschah am hellichten Tag" trägt, führte Ladislaus Vajda, in der Hauptrolle ist als Kommissär Matthäi Heinz Rühmann zu sehen.

Also: zwei recht unterschiedliche Umsetzungen, die ich aber beide durchaus sehenswert finde. Worüber aber nicht vergessen werden sollte, dass es ja den Roman gibt! Anfangen würde ich vielleicht mit der älteren Verfilmung, um das ganze mit anschließender Lektüre des Buches zu vervollkommnen. Denn dieses ist garantiert am allerspannendsten von allen dreien, und hält einen Schluss von großer Raffinesse bereit, der im Rühmannfilm nicht umgesetzt wurde. Der neuere greift den Schluss zwar auf, vermag aber nicht an die Spannung im Buch nicht heranzureichen. Buch ist gut, ja. Vielleicht empfehle ich also doch -ganz klassisch- Buch vor Film!
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Thomas Bernhard: Der Theatermacher

Thomas Bernhards Stück ist die Skizze eines völlig Wirren, der ohne Sinn, Einsicht und Maß seine Umwelt desorientiert und beschimpft: seine Tochter, Ferrucio, den Wirt, die Wirtin, den Feuerwehrhauptmann und Utzbach, den Aufführungsort seiner Komödie, dessen Wirtshaussaal den engen Rahmen seiner wahnhaft-desorientierten Vorstellungswelt darstellt.

"Wir unterschätzen die Dummheit dieser Leute. Wir denken, sie begreifen, weil wir begreifen. Irrtum! Sie begreifen gar nichts."

Für den Fall also, dass es Sinn macht, über ein Bernhardstück nachzudenken und es nicht einfach nur für sich stehen zu lassen: für den Fall also bezeichnete ich es als ein Stück mit jener berüchtigten Bernhard- Zähigkeit, mit der darin auf anstrengende Weise die entgleiste, entstellte Gedankenwelt des "Theatermachers" vorgeführt wird. In ihr zerstört sich alles selbst, weil nichts begriffen wird. Einigermaßen glücklich in meinen Augen die, die diese Irrwitzigkeit schlicht witzig finden und sich an ihrer Absurdität amüsieren können. Alle anderen müssen sich das etwas längere Schauspiel wohl mit einem gewissen Maße an Nerven und Geduld rüsten.

Thomas Bernhard
Der Theatermacher
DVD (Hoanzl, Serie Burgtheater)
€ 19,99
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Ensemble des Wiener Fin de siècle

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In der nunmehr bereits 40 Titel umfassenden "Serie Josefstadt" finden sich fünf Stücke Arthur Schnitzlers- von frühen Werken wie der Liebelei und eines bühnenadaptierten Leutnant Gustl bis hin zu Das Wort, einem Fragment aus dem Nachlass.

All diesen Stücken ist gemeinsam: eine ganz besondere Ästhetik, die in Bühnenbild, Ausdruck und Schauspiel, kraftvoll zur Geltung kommt und ganz "dem Schnitzler von früher" verschrieben scheint- getragen von einem "schnitzler-erprobten" Bühnenteam und Schauspielensemble (besonders jenes der 60er Jahre nennt die Josefstadt selbst gern legendär).

Damit ist auf der Bühne der Josefstadt in den Jahren ´62 bis ´87 für Liebhaber eine durchaus homogene kleine DVD-Kollektion eines "klassischen Schnitzlers", wie man ihn auf den Bühnen der Gegenwart und Zukunft vielleicht nicht mehr sehen wird, gediehen und erhalten geblieben. Kostüme und Mobiliar, Gesten und Redewendungen, Klavierspiel und Pfeifenrauch sind alle im Stile eines (zugegeben etwas konservativen Theaters) den Originalen bis ins Detail, bis hin zur Authenzität verschrieben. Schmucke Stücke echten nostalgischen alten Wiener Historien-Theaters, wie ich finde.

■ Der einsame Weg (1904, aufgeführt 1962)

■ Liebelei (1895, aufgeführt 1968)

■ Das Wort (aus dem Nachlass,aufgeführt 1969)

■ Leutnant Gustl (1900, aufgeführt 1979)

■ Professor Bernhardi (1912, aufgeführt 1987)

Die Schauspieler

Zum "Ensemble des Fin de siècle", wie ich es in der Überschrift nenne, gehören sowohl Ensemblemitglieder der Josefstadt wie auch Gäste von anderen Theatern. Um einige Namen zu nennen und Gesichter (der oft schon Verblichenen) zu zeigen: Leopold Rudolf, Marianne Nentwich, Hans Holt, Kurt Sowinetz, Vilma Degischer, Michael Degen ... (v.l.n.r)



Grafik: Cover zu Carl. E Schorske: Fin de siècle Vienna: Politics and Culture
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Tod eines Handlungsreisenden

Drama von Arthur Miller
Verfilmung von Volker Schlöndorff


Arthur Millers Drama "Tod eines Handlungsreisenden" wurde 1949 in New York uraufgeführt. Volker Schlöndorffs bekannte Verfilmung des Bühnenstückes mit Dustin Hoffman und John Malkovich in den Hauptrollen ist nun in diesem Jahr als schöne "Arthouse-Premium"-DVD-Box herausgegeben worden. Auf der Zusatz-DVD und im Booklet sind beispielsweise Kommentare der Mitwirkenden oder Texte zu Bühnenstück und Verfilmung versammelt.

Im Zentrum der Handlung steht der Handlungsreisende Willy Loman, ein Geschäftsmann von mäßigem Talent, der schwer mit seiner aktuellen Lebenssituation zu kämpfen hat. Die Firma, für die er jahrzehntelang gearbeitet hat, beraubt ihn mit 63 Jahren auf erniedrigende Weise seines Gehalt und somit seiner Lebensgrundlage, indem sie ihn "wie einen Neuling" "auf Provision" zurückstuft, de facto also hausieren lässt. Sein Leben scheint nichtig geworden, und seine Ehre und sein Selbstwertgefühl sind schwer beschädigt .

Willy, der sein Leben lang auf den Erfolg der Loman´s –so nicht seiner, so doch der seiner Söhne!- bestanden und verbissen daran geglaubt hat, kann und will sich die erniedrigende Realität, in der er sich befindet, nicht eingestehen. Er leidet, und der Kampf zwischen verlorener Selbstachtung und realer Situation zerrüttet ihn so sehr, dass sein Leben zur Gratwanderung zwischen Wahrnehmung und Wahnvorstellung wird.

Zentrales Thema ist also das Recht des Menschen auf ein würdevolles Leben, auf Arbeit und Anerkennung. Ebenso gnadenlos führt Arthur Miller in Willy Loman aber einen auch aus eigenem Verschulden Scheiternden vor, der wohl nichts „großes“ auf die Reihe gekriegt haben mag, aber auch nie mit sich und dem Erreichten zufrieden war. Da er sich aus diesem Grunde lebenslang selbst belügt ist er letzendlich ebenso mitschuldig daran, im Sumpf aus Lüge und Selbstzerstörung unterzugehen, in den er Frau und Söhne beinahe mitzerrt. Für ihn bleibt letztendlich nur ein Weg, um aus seinem „falschen Traum“ herauszufinden. Ein Stück also auch darüber, wie wichtig es ist, sich selbst zu achten und zufrieden sein zu können.

Tod eines Handlungsreisenden
Arthouse Video 2008 (Arthouse Premium)
Regie: Volker Schlöndorff
Dustin Hoffman, John Malkovich u.a.
Preis ca. 24,90€ [A]
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Sympathy for the devil



Hellboy II - cooler Film !
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Zach, zacher, ...

Ich hab mich recht gefreut, als ich vor ein paar Tagen eine Aufzeichnung eines meiner Lieblingsstücke- Schnitzlers "Der einsame Weg", im Handel entdeckte. Zwei gefällige Stücke von Schnitzler ("Professor Bernhardi" & "Liebelei") habe ich mir ja schon vor einiger Zeit aus der Serie Josefstadt zugelegt- und war sehr zufrieden damit. Besonders ersteres hat mich sehr beindruckt!
"Der einsame Weg" nun wurde 1987 bei den Salzburger Festpielen aufgezeichnet. Eh schon wissen - Salzburger Festspiele, murts Aufhebens, Jedermann, künstlerischer Anspruch undsoweiter. Tja- soweit, sogut. Rausgekommen ist dabei im Jahre 1987 aber eine Inszenierung, die mich wohl damals zu einem vorzeitigen Gang zum Büffet animiert hätte. Jede Geste, jede Mimik trieft da (-für mich-) nur so vor Schmalz und schwülstigem Übermass an "existenziellen Fragen". Aus den Figuren klischeehaft wirkende Typen gemantschkert, die mit jedem Satz die Tragik ihres Daseins rausstöhnen. Ich denke nicht, dass "Der einsame Weg" zu Solchem gedacht war und geschrieben wurde. Würden die Salzburger Festspiele nur dergleichen bieten, so würde ich sagen: das scheint mir fragwürdig und schade.
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