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    <title>Freunde von Cafés und Literatur : Rubrik:Besprechungen und Notizen</title>
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    <description></description>
    <dc:publisher>Tarass</dc:publisher>
    <dc:creator>Tarass</dc:creator>
    <dc:date>2009-12-13T09:19:22Z</dc:date>
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    <title>Freunde von Cafés und Literatur</title>
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  <item rdf:about="http://cafe.twoday.net/stories/5969164/">
    <title>Knut Hamsun: Segen der Erde</title>
    <link>http://cafe.twoday.net/stories/5969164/</link>
    <description>&lt;font size=&quot;3&quot;&gt;&lt;font face=&quot;garamond&quot;&gt;&quot;Eines Nachts stützte sie sich auf die Ellenbogen und sagte: Du, Isak. - Was gibt´s? fragte Isak? - So, wachst du? - Ja. - Ach, nichts Besonderes, sagt Inger. Aber ich bin nicht gewesen, wie ich hätte sein sollen. - Was? fragt Isak. Das entfuhr ihm, und auch er richtete sich auf den Ellenbogen auf. Dann redeten sie weiter miteinander, sie ist nun eben doch eine prächtige Frau und hat das Herz voll. Ich bin nicht so gegen dich gewesen, wie ich hätte sein sollen, sagt sie. Das tut mir leid. - Diese einfachen Worte rühren ihn, sie rühren den Mühlengeist, und er will Inger gerne trösten; versteht zwar nichts von der Sache, er versteht nur so viel, das es keine mehr gibt wie sie. - Deshalb brauchst du nicht zu weinen, sagt Isak. Wir sind alle nicht, wie wir sein sollten. - Ach nein, sagt sie dankbar. Oh, Isak hatte eine so gesunde Art, die Dinge zu behandeln, er richtete sie wieder auf, wenn sie umfallen wollten. Wer ist, wie er sein sollte! Er hatte recht;&quot;&lt;/font&gt;&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font size=&quot;1&quot;&gt;(aus der Ausgabe Paul List Verlag, München 1951)&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt doch, scheint mir, eher selten Romane, in denen alles &quot;gut&quot; und tröstend ist- es scheint das Schwierige und Problematische die Leute im Normalfall viel mehr dazu anzuregen, es niederzuschreiben. Dabei tut es, wie ich finde, überaus gut, von Menschen zu lesen, denen es  gut geht und die, wenngleich auch in ihrem Leben das eine oder andere schwierig ist, zufrieden sind, nicht ständig hart um ihre Zufriedeneit kämpfen und Sehnsüchten nachjagen müssen. Knut Hamsuns &quot;Segen der Erde&quot; ist ein solcher Roman. Er &lt;i&gt;&quot;erzählt die Geschichte Isaks, des Bauern, der in der Einsamkeit des Nordlandes dem Moor ein Stück Erde abringt, es urbar und zu einer fruchtbaren, weithin angesehenen Oase des Lebens für viele macht.&quot;&lt;/i&gt;. Es ist eine Geschichte einfacher Dinge und nicht grosser Gefühle oder Ereignisse- und dafür aber letzten Endes auch einer grossen Zufriedenheit. Sie erlangen diese durch ihre Ergebenheit und ihren Glauben ans Leben, und so werden ihnen Ruhe, Freude und &quot;Segen&quot; zuteil. Das Leben dort oben bei ihnen im Ödland gedeiht- in aller Ruhe, ohne Eile. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font size=&quot;1&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.dtv.de/buecher/segen_der_erde_11055.html&quot;&gt;(Zitat: dtv)&lt;/a&gt;&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Stil des Autors ist dabei wirklich gut und passend:  die Tiefe des Textes kommt gerade dadurch zustande, dass in schlichten Worten von den Dingen erzählt wird; indem die Dinge ganz klar bezeichnet werden bleibt der Text weitab von Kommentaren und Interpertationen, und regt gerade dadurch zum Überdenken der Dinge an: &lt;i&gt;&quot;Freude ist nicht Lustigkeit&quot;&lt;/i&gt; etwa heißt es im Text. Indem Hamsun einige Unglückliche, Getrieben einarbeitet, die ihren Sehnsüchten und Wünschen hinterherhetzen, wird die Ruhe, die die Menschen dort oben im Ödland genießen, nachvollziehbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font size=&quot;3&quot;&gt;&lt;font face=&quot;garamond&quot;&gt;&quot;Isak merkte wohl, dass Brede bei dem Abschlussfest der Telegraphenarbeiter dabeigewesen war; er sah übernächtig aus, aber das tat nichts, er war fröhlich und freundlich. Natürlich tat er ein bisschen groß: Eigentlich habe er keine Zeit zu dieser Telegraphenarbeit, er habe ja seinen Hof, aber er habe nicht nein sagen können, der Ingenieur sei so sehr in ihn gedrungen. Und dann habe es ja auch dazu geführt, dass Brede nun die Inspektorstelle über die Linie übernehmen müsse. Es sei nicht wegen der Bezahlung, sagte Brede, er könnte im Dorf drunten viel mehr verdienen, aber er habe nicht ungefällig sein wollen. Nun habe man ihm eine kleine glänzende Maschine an der Wand angebracht, die sei unterhaltend, fast ein Telegraph selbst.&lt;br /&gt;
Isak konnte mit dem besten Willen über diesen Prahlhans nicht böse sein, dafür fühlte er sich zu erleichtert, als er an diesem Abend statt eines Fremden seinen Nachbarn im Hause vorfand. Isak hatte das Gleichgewicht des Bauern, dessen einfache Gründe, dessen Handfestigkeit, dessen Langsamkeit; er stimmte Brede zu und nickte zu seiner Oberflächlichkeit. Hast du nicht noch eine Schale Kaffee für Brede? fragte er Inger. Und Inger schenkte ein.&quot;&lt;/font&gt;&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font size=&quot;1&quot;&gt;(aus der Ausgabe Paul List Verlag, München 1951)&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was mir besonders gut gefällt ist auch der stete (grammatikalische) switch zwischen Vergangenheit und Zukunft, wie ihr ihn im ersten Zitat bemerken könnt (Liegt dies nur an der Übersetzung?).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Gesellschaftskritik kann man aber kaum sprechen- im Gegenteil haben auch die Nationalsozialisten später ein ansprechendes Menschenbild in Hamsuns Figuren aus dem &quot;Segen der Erde&quot; gefunden. Auch Nietzsche ist es bekanntlich so ergangen, jedoch wirft Hamsuns Sympathie zum Nationalsozialismus womöglich ein anderes Licht auf die Sache. Dennoch, ich glaube, dass man den &quot;Segen der Erde&quot; auch frei von diesem verhängisvollen Zusammenhang lesen kann- nämlich als ein literarisches Bild menschlicher Zufriedenheit wie etwa die Bücher Hesse und Fromms. Dass alles gut sein kann und gut ist, wenn man es will, scheint mir das zu sein, was die Erzählung sagen will. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font size=&quot;1&quot;&gt;Knut Hamsun&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.dtv.de/buecher/segen_der_erde_11055.html&quot;&gt;&lt;b&gt;Segen der Erde&lt;/b&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
Roman, Tb, 352 Seiten&lt;br /&gt;
978-3-423-11055-6&lt;br /&gt;
11,90 [A]&lt;br /&gt;
&lt;font size=&quot;1&quot;&gt;&lt;/font&gt;&lt;/font&gt;</description>
    <dc:creator>Tarass</dc:creator>
    <dc:subject>Besprechungen und Notizen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Tarass</dc:rights>
    <dc:date>2009-09-30T19:44:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://cafe.twoday.net/stories/5941703/">
    <title>Lustig zu wissen...</title>
    <link>http://cafe.twoday.net/stories/5941703/</link>
    <description>... sind jene Dinge, die in Jürgen Neckams &quot;Das merkwürdige Leben der Literaten&quot; versammelt sind. In allerkürzesten Bemerkungen werden ebenso skurrile wie interessante Begebenheiten und Details erwähnt: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;So etwa dass ...&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font face=&quot;garamond&quot;&gt;&lt;font size=&quot;4&quot;&gt;&lt;i&gt;... es tatsächlich einen Isländischen Literaturnobelpreisträger, nämlich Halldór Laxness, gibt. Dieser hatte aber damals einiges Pech mit Tantiemen, die ihm in der Sowjetunion zustanden, denn es war unter Stalin verboten, Geld auszuführen. Letzendlich verblieb das Geld auf einem sowjetischen Konto, von dem es nach zehn Jahren ohne Kontobewegungen an den Sowjetischen Staat fiel. Der Autor erfuhr davon, als er das Geld elf Jahre nach der Deponierung beheben wollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
... André Gide als Lektor des Gallimard-Verlages den ersten Band von Marcel Prousts &quot;Auf der Suche nach der verlorenen Zeit&quot; ablehnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
... Nikolai Gogols Tote Seelen leider aus folgendem Grunde unveröffentlich vorliegen: der Autor verbrannte das Manuskript des zweiten Teils zehn Tage vor seinem Tod, da er es, einem religiösen Wahn verfallen, als Gotteslästerung empfand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
... Stendhal insgesamt 32 Testamente hinterließ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
... Peter Altenberg Werbetexte für Abführmittel verfasst hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
... sowohl Graham Greene als auch Ian Fleming und John Le Carré vor ihrer Karriere als Schriftsteller für Geheimdienste gearbeitet haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
... Jules Verne, der berühmte Verfasser großer Abenteuerromane, mit elf Jahren bereits heimlich per Schiff nach Indien ausreißen wollte, was jedoch von seinem Vater schließlich noch verhindert wurde. Verne befand sich aber bereits auf dem Schiff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
... sich Thomas Bernhard aufgrund einer Ungeschicklichkeit beim Zersägen eines Baumes auf seinem Bauernhof einmal fast das Bein mit einer Motorsäge abgeschnitten hätte. Er trug bei dem Unfall eine tiefe Schnittwunde davon.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
... Karl Kraus im Ersten Weltkrieg anstatt der zensurierten Stellen in der Fackel einfach leere Stellen stehen ließ, was ihm später ebenfalls verboten wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
... Alexandre Dumas kurzerhand einen Stotterer in einen Roman einfügte, als der Herausgeber jener den Roman erstveröffentlichenden Zeitung beschloss, ihn nach der Anzahl der Silben zu bezahlen.&lt;/i&gt;&lt;/font&gt;&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies und vieles vieles mehr von dieser Art könnt ihr wie gesagt in diesem schönen Büchlein nachlesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font size=&quot;1&quot;&gt;Jürgen Neckam&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.residenzverlag.at/?m=30&amp;o=2&amp;search_titles=neckam&amp;id_title=579&quot;&gt;&lt;b&gt;Das merkwürdige Leben der Literaten&lt;/b&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
Residenz Verlag&lt;br /&gt;
Gebunden, 144 Seiten&lt;br /&gt;
&#8364;4,90 [A]&lt;/font&gt;</description>
    <dc:creator>Tarass</dc:creator>
    <dc:subject>Besprechungen und Notizen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Tarass</dc:rights>
    <dc:date>2009-09-16T07:04:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://cafe.twoday.net/stories/5908940/">
    <title>Verzeichnis klassischer Prosatexte</title>
    <link>http://cafe.twoday.net/stories/5908940/</link>
    <description>&lt;div align=&quot;right&quot;&gt;&lt;font size=&quot;1&quot;&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Wenn der Funke nicht überspringt, ist nichts zu machen: &lt;br /&gt;
Die Klassiker liest man nicht aus Pflicht oder Respekt, sondern &lt;br /&gt;
nur aus Liebe. Außer in der Schule ...&lt;/i&gt; (Italo Calvino)&lt;/font&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;

Klarerweise ist die Grenze zum &quot;Klassiker&quot; schwer zu ziehen, und ich will mich nicht in einer herausragenden Lösung dieser Frage versuchen sondern lieber mit einer einfachen zufriedengeben: es soll hier jenes Zeitfenster präsentiert werden, dem meine besondere Zuneigung gilt und das nach der Literatur des Mittelalters beginnt und bis zu jenen Werken aus der Zeit vor jenem &quot;Ersten großen Kriege&quot; &lt;i&gt;(zit. J. Roth; Anm.: dem ersten Weltkrieg)&lt;/i&gt; herstammen, und die noch die Luft der &quot;Alten Welt&quot; atmeten und in sich tragen- wenngleich auch teils erst in den 30er, 40er Jahren  niedergeschrieben. So etwa bei Joseph Roths Werk:  es erzählt im Geiste dieser Zeit und von dieser &quot;Alten Welt&quot;, nach deren Niedergang es aufgezeichnet wurde- und darum soll es hier noch gelten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres wichtiges Merkmal aller hier aufgelisten Texte ist, dass sie auch in deutschen Übersetzungen vorliegen (oder -lagen) und so für deutschsprachige Leser direkt in Buchhandlungen oder über den Gebraucht- oder antiquarischen Buchmarkt zugänglich sind. Zudem, auch aus persönlicher Leidenschaft: versammelt sind hier nur Prosatexte und die Autoren von Prosatexten. Meiner Unkenntnis und teils auch mangelndem Interesse geschuldet ist weiterhin, dass hier beinah ausschließlich Autoren aus dem Europäischen Kulturkreis vertreten sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klarerweise ist diese Auflistung auch unvollständig. Sie wird aber ständig erweitert. Und hoffentlich kann sie für Liebhaber auch so die eine oder andere Inspiration bereithalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://cafe.twoday.net/stories/5941239&quot;&gt;&lt;b&gt;zur Auflistung&lt;/b&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;weitere Tipps: Klassiker-Editionen&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.bibliothekdererstausgaben.de/&quot;&gt;dtv-Bibliothek der Erstausgaben&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.suhrkamp.de/reihen/insel_taschenbuch_25.html&quot;&gt;Insel-Taschenbuch&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.reclam.de/&quot;&gt;Reclam&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.verlag-der-kunst.de/index.php?section=verlage&amp;pages=leseheftliste&quot;&gt;Hamburger Lesehefte&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.randomhouse.de/manesse/&quot;&gt;Manesse-Verlag&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.buechergilde.de/shop/storefront.jsp?Rubrik=Belletristik&amp;Rubrik2=Klassiker&quot;&gt;Büchergilde Gutenberg-Klassiker&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.artemisundwinkler.de/themen-175-175/winkler_weltliteratur_duenndruck-82/&quot;&gt;Winkler Weltliteratur&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verlage mit großem Umfang an Klassik im Sortiment:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.diogenes.ch/leser/neuebuecher/taschenbuecher/alle&quot;&gt;Diogenes&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.dtv.de/&quot;&gt;DTV&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>Tarass</dc:creator>
    <dc:subject>Besprechungen und Notizen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Tarass</dc:rights>
    <dc:date>2009-08-28T19:32:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://cafe.twoday.net/stories/5892032/">
    <title>Die Sehnsucht der Schwalbe</title>
    <link>http://cafe.twoday.net/stories/5892032/</link>
    <description>Roman von Rafik Schami&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rafik Schamis Roman erzählt die Geschichte Lutfis, eines jungen Syrers, und seiner Migration zwischen Deutschland und seiner Heimatstadt Damaskus. Schon in jugendlichen Jahren bricht er nach Deutschland auf, um für seinen Onkel ein Geschäft abzuwickeln und sich einen Neubeginn sowie seiner daheimgebliebenen Mutter einen Weg aus der Armut zu ermöglichen. Die Liebe zu dem europäischen Land erwacht und besonders zu dem allwöchentlichen Frankfurter Flohmarkt in Lutfi, sodass er auf seinen Wegen nun Damaskus &lt;i&gt;und&lt;/i&gt; Deutschland im Herzen trägt. Lutfis Leben ist, wie man sich wohl denken wird, voll mit Ereignissen und Menschen schwierigen wie angenehmen doch der junge Mann verzagt nie, bewahrt sich immer Mut und Trost und hält die Augen offen für das Glück und das Gute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schami ist, das wissen die, die ihn schon gelesen haben und ihn mögen, ein wunderbar angenehmer Erzähler, und seine Bücher sind voll mit Trost, Versöhnung und Freude (und ähneln damit &lt;a href=&quot;http://www.dtv.de/_images/cover640/9783423129916.jpg&quot;&gt;den Bildern, mit denen seine dtv-Taschenbücher illustriert sind&lt;/a&gt;). So auch Die Sehnsucht der Schwalbe. Schami erzählt uns und auf welche Weise!  die Geschichte eines illegalen schwarzen Einwanderers aus Arabien und verbindet in dieser Geschichte und in dieser Romanfigur zwei Welten und die Menschen, die in ihnen Leben. Vielleicht ist dieses Buch -die Geschichte eines Migranten, eines zutiefst positiven Menschen- genau die richtige Lektüre &lt;i&gt;in einer Zeit&lt;/i&gt;, wie Thomas Barth in den Stuttgarter Nachrichten schreibt, &lt;i&gt;in der Worte wie Zuwanderung und Fremdenhass  auf der Tagesordnung stehen&lt;/i&gt;, und in denen wohl jeder Blick hinter die vielstrapazierten Reibungsflächen, der die Menschen und das Leben dahinter zeigt, guttut &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font size=&quot;1&quot;&gt;Rafik Schami&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.dtv.de/titel/die_sehnsucht_der_schwalbe_12991.html&quot;&gt;&lt;b&gt;Die Sehnsucht der Schwalbe&lt;/b&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
Roman, dtv Taschenbuch, 336 Seiten&lt;br /&gt;
&#8364;10,20[A]&lt;/font&gt;</description>
    <dc:creator>Tarass</dc:creator>
    <dc:subject>Besprechungen und Notizen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Tarass</dc:rights>
    <dc:date>2009-08-21T19:56:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://cafe.twoday.net/stories/5796059/">
    <title>Büchner, Rilke und Co. ...</title>
    <link>http://cafe.twoday.net/stories/5796059/</link>
    <description>... für wenig Geld. Hierzulande eher unbekannt sind die sogenannten &quot;Hamburger Lesehefte&quot;. Es handelt sich um eine Reihe, in der viele der bekanntesten deutschen, französischen, ... Klassiker aufgelegt und günstig angeboten werden. Offiziell versteht der Verlag die Lesehefte vor allem als günstige Unterrichtslektüre bzw. als Angebot für &quot;Literatur-Liebhaber mit schmalem Geldbeutel&quot;. (Dass sie in Deutschland im Unterricht zum &quot;Einsatz&quot; kommen ist wohl der Grund dafür, dass sie bei Schülern dort manchmal unbeliebt sind.) Ich persönlich finde die Reihe nett, von recht guter Qualität und -wie gesagt- sehr günstig (oft sogar günstiger, zudem größer gedruckt und -meiner Ansicht nach- schöner gestaltet als Reclams).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.verlag-der-kunst.de/index.php?section=verlage&amp;pages=lesehefte&quot;&gt;&lt;b&gt;Hamburger Lesehefte Verlag&lt;/b&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
(bestellbar sind die Hefte in Buchhandlungen sowie gegen Porto direkt beim Verlag oder bei div. Internetanbietern)</description>
    <dc:creator>Tarass</dc:creator>
    <dc:subject>Besprechungen und Notizen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Tarass</dc:rights>
    <dc:date>2009-07-01T06:28:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://cafe.twoday.net/stories/5790022/">
    <title>Filmtipp: Kitchen Stories</title>
    <link>http://cafe.twoday.net/stories/5790022/</link>
    <description>&lt;i&gt;Marktforscher sind ein Übel. Erst recht, wenn die Datensammler im eigenen Haus ihre Zelte aufschlagen. Für den kauzigen Single Isak wird dieser Alptraum wahr, als in seinem norwegischen Dorf das schwedische Forschungsinstitut für Heim und Haushalt einfällt. In einer Studie soll das Verhalten von Junggesellen in ihrer Küche untersucht werden und bei Isak wird dazu Folke als Beobachter auf einem Hochsitz postiert. Jeglicher Kontakt zwischen den beiden ist verboten, um die Ergebnisse nicht zu gefährden. Doch schon bald macht sich Isak einen Spaß daraus, das Experiment zu boykottieren. Nach und nach bricht die Versuchsanordnung zusammen&lt;/i&gt; &lt;font size=&quot;1&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.sunfilm.de/de/profile.php?id=83&amp;st=0&amp;ty=1&quot;&gt;quelle: sunfilm.de&lt;/a&gt;&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;&lt;br /&gt;
Gedanken:&lt;br /&gt;
&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Im norwegischen &quot;Kitchen Stories&quot; (wie auch in manchem schwedischen Film von Aki Kaurismäki) geht es darum, dass Menschen -keine verzweifelten, aber auch lange keine glücklichen- eine neue Heimat finden, einen Ort, an dem sie glücklich sind, und zufrieden, und an dem sie durch skurrile Umstände landen. Kaum oder besser nie gibt es besonders aufwühlende Umstände, die Ereignisse sind schlicht. Und gerade diese schlichten und einfachen Dinge lassen die Menschen in diesen Filmen mit ihrem Leben zufrieden sein- und es sind durchaus auch ungewöhnliche oder leicht skurrilen Leben , die diese Menschen dann zufrieden leben. So sind diese Filme auch Lehrmeister, wie mit den Widrigkeiten des Lebens umzugehen ist. Und sie sind Erinnerungen daran, dass man -auf seine eigene Art- glücklich sein soll. Und sie stellen die Frage, was denn den Menschen hindert, diesen Weg zu gehen, zeigen Verständnis für die Überwindung, ihn zu betreten und machen Mut, sich dafür zu entscheiden und in seine Richtung zu gehen. Bei aller Einfachheit (in Bildern, Umsetzung und Ausstattung) haben sie grosse Tiefe, denn sie konzentrieren sich auf den Menschen (und auch seine Tiere) -auf das Leben also-, und zeigen Trauer, Sehnsucht, Mut, Hoffnung, Freundschaft, Wehmut, Freude, also die reiche Fülle menschlichen Erlebens, auf Leinwand und Bühne- und oftmals auch auf sehr unterhaltsame Weise in starkem Kontrast zu diversen zivilisatorischen Verschrobenheiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und- ganz nebenbei: &quot;Kitchen Stories&quot; ist laut Herstellerangaben auch der Film mit der höchsten Buckelvolvodichte aller Zeiten!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.sunfilm.de/de/profile.php?id=83&amp;st=0&amp;ty=1&quot;&gt;&lt;b&gt;Kitchen Stories&lt;/b&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spielfilm von Bent Hamer&lt;br /&gt;
mit Tomas Norström und Joachim Calmeyer&lt;br /&gt;
sunfilm DVD (www.sunfilm.de)&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;zu bestellen auch in Buchhandlungen oder direkt auf &lt;/i&gt;&lt;a href=&quot;http://www.buchkatalog.de/&quot;&gt;buchkatalog.de&lt;/a&gt; (KNV-Titelnr.: 13046488 )</description>
    <dc:creator>Tarass</dc:creator>
    <dc:subject>Besprechungen und Notizen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Tarass</dc:rights>
    <dc:date>2009-06-28T07:55:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://cafe.twoday.net/stories/5758631/">
    <title>Saltimbocca alla Romana!</title>
    <link>http://cafe.twoday.net/stories/5758631/</link>
    <description>&lt;b&gt;saltimbocca:&lt;/b&gt; kalbsschnitzel mit parmaschinken und salbei garniert und gebraten; mehr dazu im buch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* * * * * * &lt;br /&gt;
&lt;b&gt;&lt;br /&gt;
Saltimbocca&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Kriminalroman von Bernhard Jaumann&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was für eine nette Idee! Eine Ebene in der Ebene, eine Geschichte in der Geschichte! Zumindest mal das Konzept betreffend scheint Bernhard Jaumanns &quot;Saltimbocca&quot; (benannt nach einer römischen Delikatesse) ein ganz besonderer Krimi zu sein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein nicht genau genannter Krimiautor von mäßigem Erfolg lässt sich in einer Trattoria in Rom nieder. Für einige Tage freier Verköstigung, so vereinbart er mit dem Wirt, werde sein Lokal zum Mittelpunkt seines nächsten Krimis werden. Der Wirt willigt ein, und der Autor lässt, gestärkt von der guten römischen Küche, die Feder fliegen und seinen Helden, den ebenso nur eher mäßig erfolgreichen römischen Privatdetektiv Brunetti, durch die Gassen Roms ziehen und (oh weh!) ausgerechnet die Tochter des Hauses hoffnungslos lieben! Doch damit nicht genug! Gerade (oh weh!!) der gute Wirt ist es, der des Mordes an einem Restaurantkritiker verdächtigt wird, und in dessen Sache Brunetti beginnt, sich mit dem Mordfall zu beschäftigen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Soweit der Entwurf, wie ihn der Klappentext verspricht, und ich muss sagen, dass dieser in meinen Ohren so vielversprechend, unterhaltsam und zur Lektüre einladend wie nur wenige klingt. So will ich denn zur Lektüre schreiten und sehen, was sie bringt...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;etwas später...&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fertig! Was habe ich zu berichten? Wir haben hier zweifelsohne einen besonders jungen, spritzigen, unkonventionellen Krimi mit einfallsreichen Charakteren und Dialogen und viel Witz. Das bemerkt man zum einen am ziemlich sympatischen wie draufgängerischen und ablosenden Protagonisten (unserem Privatdetektiv Brunetti - &quot;so wie der von Donna Leon? Ich notierte mir, dass ich den Namen nachträglich noch ändern sollte&quot;) wie auch an Palottas Stammgästen, zu denen die beiden greisen Altkommunisten Falce und Martello, der unauffällige Professor Navacchia und der laute junge Pseudo-Mafioso Boccioni gehören. Mit ihnen werden uns einige (ich vermute es zumindest) typisch italienische literarische (karrikierte, aber authentische) Prototypen serviert. Auch auf Bruno Brunettis Flucht vor der Kripo kracht es -mit Verzicht auf die sonst so häufige, todernste Fixierung der handelnden Personen auf die jeweiligen Krimi-Ereignisse- ordentlich: es findet sich ebenso Zeit für spontane Heiratsanträge wie für ein spontanes Saufgelage- Fussballdiskussionen und Messwein in Strömen inklusive. Zur Veranschaulichung der humorvollen Komponenten des Romans möchte ich euch hier die (stets nach den Prioritäten des jeweiligen Augenblicks gereihte und sich immer wieder ändernde) Bedürfnisliste Brunettis vorstellen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;&quot;saufen&lt;br /&gt;
fussball gucken&lt;br /&gt;
schlafen&lt;br /&gt;
fressen&lt;br /&gt;
sex&lt;br /&gt;
gerechtigkeit&lt;br /&gt;
sinn des lebens&lt;br /&gt;
wahre liebe&quot;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
...zeit vergeht, ereignisse geschehen...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;&quot;sex&lt;br /&gt;
sinn des lebens&lt;br /&gt;
wahre liebe&lt;br /&gt;
gerechtigkeit&lt;br /&gt;
saufen&lt;br /&gt;
schlafen&lt;br /&gt;
fussball gucken&lt;br /&gt;
fressen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
als er die halbe Flasche geleert hatte, stand er wieder auf und rückte &quot;wahre liebe&quot; an die erste Stelle. Dann steckte er noch &quot;Saufen&quot; vor &quot;Sinn des Lebens&quot;. Hol´s der Teufel!&quot;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere sehr positive Facette des Romans: man kriegt ordentlich Lust und Appetit auf Italien und die italienische Küche- so war es zumindest bei mir. Mit spürbarer Leidenschaft und Begeisterung wird uns nicht nur anhand Boccioni und Co. von den Mentalitäten schrulliger Römer erzählt, sondern auch anhand der Gerichte, die auf der Stammgäste (und besonders auf des scrittores- wie Pallotta seinen krimischreibenden Gast nennt) Tellern serviert werden, die römische Küche schmackhaft gemacht. Kein Wunder also, wenn der eine oder andere Leser (wie ich) Appetit bekommen sollte, in die nächste Trattoria zu enteilen und jene so detailreich geschilderten Genüsse am eigenen Leib zu erfahren!&lt;br /&gt;
Nebenbei erfahren wir beim Lesen auch ein leckeres Rezept für &quot;Baccalà in agrodolce&quot; -vermutlich sogar nach einem alten Familienrezept.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob all dieser Vorzüge mag der Leser dem Buch wohl auch gerne nachsehen, dass etwa eine kunstgeschichtliche Facette nur sporadisch ausgebaut ist und sich nur notdürftig ins Ganze fügt. Dass besonders die vielen Ereignisse um Brunetti hie und da recht zusammengetragen erscheinen und die beiden Stränge sich manchmal recht willkürlich verwickeln, entgeht auch dem Autor (den beiden) nicht. Das Lesevergnügen und die Ideenvielfalt des Buches wiegen das mehr als auf. Dieser Krimi ist halt was anderes, ein Krimi mit Witz, und innovativ. Mir fällt wenig, eigentlich nichts ein, was ich gelesen habe, und was vergleichbar wäre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Aspekt des &quot;Ich-Strangs&quot; und des &quot;Brunetti-Strangs&quot;, wie es der Autor selbst nennt, ist außerdem zu sagen: es gibt (wie gesagt) einige Parallelen und Verwicklungen. Auch Brunetti lässt sich im &quot;Pallotta&quot; durchfüttern. Gegenleistung: Er hilft seiner unvergessenen und immer noch angebeteten Barbara herauszufinden, was hinter den Mordvorwürfen gegen ihren Vater steckt und wird selbst immer mehr in die Ereignisse verwickelt. Teils verbinden sich die beiden &quot;Stränge&quot; etwas verwirrend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedenfalls fragt man sich: Saß Jaumann wirklich da? Besonders da es jenes ominöse Roman-Quintett um die fünf Sinne ja wirklich zu geben scheint! Was also ist Fiktion? Das ist nicht immer leicht zu sehen. Im Grunde birgt der Roman also drei Ebenen: den (wieweit fiktiven?) &quot;Ich-Strang&quot;, den &quot;Brunetti-Strang&quot; und die Autorenwirklichkeit, die hinter dem Ganzen steckt, und über die wir nichts Konkretes erfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von meiner Seite: im Großen und Ganzen ein 4-5-Stern Lesevergnügen, leicht bekömmlich, amüsant, atmosphärisch. Ein Stückerl Italien. Vielleicht als Urlaubslektüre für den Italien-Urlaub?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font size=&quot;1&quot;&gt;Bernhard Jaumann&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.aufbau-verlag.de/index.php4?page=28&amp;&amp;show=4044&quot;&gt;&lt;b&gt;Saltimbocca&lt;/b&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
Roman, Broschur, 266 Seiten&lt;br /&gt;
Aufbau Taschenbuch Verlag&lt;br /&gt;
&#8364; 9,20 [A]&lt;/font&gt;</description>
    <dc:creator>Tarass</dc:creator>
    <dc:subject>Besprechungen und Notizen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Tarass</dc:rights>
    <dc:date>2009-06-12T13:50:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://cafe.twoday.net/stories/5708474/">
    <title>Alessandro Manzoni: I promessi sposi</title>
    <link>http://cafe.twoday.net/stories/5708474/</link>
    <description>Alessandro Manzoni erzählt in seinen &quot;Brautleuten&quot; (erstveröffentlicht 1827) die Geschichte zweier junger Verlobter -der schönen und ehrhaften Lucia und des braven Handwerksburschen Renzo-, deren Heirat durch die Schurkerei eines mächtigen Mannes und Störenfrieds viele Steine und Hindernisse in den Weg gelegt werden. Er nimmt den Leser aber auch mit auf eine Reise in die Welt des Fürstentums Mailand um 1620, in dem sich die Ereignisse zutragen, und berichtet uns mit viel Witz und Geist nicht nur jene wunderbare Geschichte der &lt;i&gt;Brautleute&lt;/i&gt; sondern auch von jenen &lt;i&gt;&quot;vielen wichtigen Dingen von der Sorte, die man im engeren Sinne als historisch bezeichnet&quot;&lt;/i&gt;, welche sich damals in dieser Gegend zutrugen und um die sich die Geschichte Lucias und Renzos immer wieder wickelt. Manzoni stellt dem Leser viele -alle im Rahmen der Geschichte irgendwie bedeutsame- Personen vor und zeichnet mit ihnen ein unterhaltsames Panorama der seinerzeitigen Mentalitäten und Weltbilder der Mailänder Menschen, das von Gottesfurcht bis hin zur Zügellosigkeit mit ziemlich Allem aufwartet und unterhält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font size=&quot;1&quot;&gt;&lt;b&gt;Links zu Abbildungen:&lt;/b&gt;  &quot;&lt;a href=&quot;http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/72/Frontispiece_promessi_sposi.jpg&quot;&gt;Titelbild der Ausgabe von 1840&lt;/a&gt;&quot;, Quelle: &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/I_Promessi_Sposi&quot;&gt;wikipedia.de&lt;/a&gt; &lt;br /&gt;
&quot;&lt;a href=&quot;http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/00/Milano_-_Mappa_della_citt%C3%A0_nel_1621.jpg&quot;&gt;Mailand 1621&lt;/a&gt;&quot;, Quelle: &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Mailand&quot;&gt;wikipedia.de&lt;/a&gt;&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lesegenuss und Lesevergnügen sind groß, und das ist meiner Ansicht neben dem Autor auch zu einem guten Teil Burkhart Kröbers Übertragung ins Deutsche, der man die große Liebe zu Ausdruck und Fabulierkunst anmerkt, zu verdanken. Viele seiner Sätze zergehen dem Leser (und wohl besonders solchen, die große Vielfalt in Wortwahl und Ausdruck lieben) -wenn diese Redewendung hier erlaubt ist- geradezu auf der Zunge. Mühsam war die Arbeit, schreibt der Übersetzer im Vorwort, doch vieldeutig, präzise wie auch &lt;i&gt; wunderbar geschmeidig, elegant und, wo es richtig ist, hart und witzig &lt;/i&gt; (Rolf Vollmann in der Zeit) ist das Ergebnis gelungen. &lt;i&gt;Es ist Kroeber weithin gelungen, den Staub der Zeiten wegzublasen, was umso verdienstlicher ist, als er Neologismen und Modeworte strikt meidet. So ist es ihm geglückt, den alten Text kräftig aufzufrischen, seine Spannung spürbar zu machen, seine meditativen und beschreibenden Teile von jeder Langeweile zu befreien.&lt;/i&gt; (SZ) Aus Manzonis offenbar schwierigem Erbe, &lt;i&gt;lombardischen Eigenheiten zuhauf, falsch gebrauchten Redewendungen der Hochsprache, ... geschwollene Deklamationen und andere derlei Extravaganzen,..., dazu spanische Floskeln&lt;/i&gt; (Kröber im Vorwort), hat er einen wunderbar lesbaren und vielgelobten Text von großer sprachlicher Schönheit gemacht mit jener umfang- und facettenreiche Geschichte, die den &quot;Brautleuten&quot; zugrunde liegt, als ausgezeichnetem Fundament. Zur Übertragung an sich gäbe es hier noch einiges mehr zu sagen und zu erzählen. Ich will mich aber an dieser Stelle damit begnügen, dazu auf die Lektüre etwa der &lt;a href=&quot;http://www.buecher.de/shop/Mailand/Die-Brautleute/Manzoni-Alessandro/products_products/detail/prod_id/08540031/&quot;&gt;&lt;b&gt;Besprechungen&lt;/b&gt;&lt;/a&gt; oder des Buches selbst zu verweisen, und euch statt dessen eine kurze &lt;a href=&quot;http://cafe.twoday.net/stories/5747649/&quot;&gt;&lt;b&gt;Leseprobe&lt;/b&gt;&lt;/a&gt; vorzulegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Buch ist, das ist zu sagen, hervorragend gelungen. Es erzählt eine wunderschöne Geschichte in gelungenster Sprache und amüsiert anbei auch mit den (weniger am Rande als immer wieder zwischendurch und überaus unterhaltsam erzählten) Geschichten etwa der Mailänder Pest oder des großen Kardinals Federico Borromeo- welche sich obendrein allesamt auf historische Quellen stützen. So wenig Gründe es dafür gibt, nicht zur Lektüre zu raten: etwas Ausdauer braucht man wohl dennoch, zumal es sich um einen ordentlichen Schmöker von über 800 Seiten handelt. Doch gelang es Autor und Übersetzer zur großen Freude, das Buch so zu gestalten, dass uns auf all den Seiten keine langweilige Passagen begegnen! Der Text birgt, so Vollmann weiter, (wie ich fand bereits vom Vorwort an) &lt;i&gt;eine herrliche Spannung, die mit Vergnügen ahnen lässt, dass wir mit diesem Erzähler einen langen Weg sehr gern gehen wollen.&lt;/i&gt; Mag man das Buch aber auch nicht ganz zu Ende lesen, in den meisten Fälle werden wohl allein die tatsächlich gelesenen Teile der Geschichte dem Leser bei der Lektüre einiges Vergnügen bereiten!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt den Text in dieser Übersetzung sowohl in schönen Dünndruckausgaben zwischen Leinendeckeln (entweder der &lt;a href=&quot;http://www.buechergilde.de/shop/detail.jsp?BestellNr=158930&quot;&gt;&lt;b&gt;Büchergilde&lt;/b&gt;&lt;/a&gt; oder von &lt;a href=&quot;http://www.hanser.de/buch.asp?isbn=978-3-446-19874-6&quot;&gt;&lt;b&gt;Hanser&lt;/b&gt;&lt;/a&gt;) als auch etwas günstiger als &lt;a href=&quot;http://www.dtv.de/titel/manzoni_alessandro_-_die_brautleute_13038.html&quot;&gt;&lt;b&gt;dtv-Taschenbuch&lt;/b&gt;&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://images.google.at/images?hl=de&amp;client=firefox-a&amp;channel=s&amp;rls=org.mozilla:de:official&amp;um=1&amp;q=promessi+sposi&amp;sa=N&amp;start=0&amp;ndsp=21&quot;&gt;&lt;b&gt;Hier&lt;/b&gt;&lt;/a&gt; gehts auch noch zu einigen der zahlreichen Bilder von Szenen unserer Geschichte, zu denen Manzonis Roman so manchen Zeichner inspiriert hat ...</description>
    <dc:creator>Tarass</dc:creator>
    <dc:subject>Besprechungen und Notizen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Tarass</dc:rights>
    <dc:date>2009-05-18T19:37:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://cafe.twoday.net/stories/5695625/">
    <title>Nathan Englander: Das Ministerium für besondere Fälle</title>
    <link>http://cafe.twoday.net/stories/5695625/</link>
    <description>Nathan Englanders &quot;Ministerium für besondere Fälle&quot; ist ein ganz grossartiges Buch und eine Gratwanderung: es gelingt ihm, unterhaltend und mit Humor von einem sehr ernsten Gegenstand zu schreiben: Pato, der studierende Sohn Kaddisch´ und Lillians, verschwindet als Opfer des &quot;Schmutzigen Krieges&quot;, den die argentinische Regierung rücksichtslos gegen die eigene Bevölkerung führt, spurlos im Staatsapparat des korrupten wie skrupellosen Militärregimes. Mutter und Vater geben nicht auch, und versuchen, beide auf ihre Weise, ihren Sohn wiederzubekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es scheint vielleicht schwer vorstellbar, wie sich Humor u n d eine solche Geschichte in e i n e m Buch gemeinsam gut unterkriegen lassen. Oder wie  sich eine Friedhofs gekonnt mit unterhaltsamen Romanszenen in Verbindung bringen lässt. Doch der Humor, die Schreibkunst des jungen Autors und so auch sein Buch haben die Qualität eines ganz Grossen. Und so weiß er zu unterhalten, führt den Leser mit seiner herausragenden Erzählkunst dann aber auch weiter an Stellen, an die kein Humor mehr reicht und reichen soll, und schildert eindringlich das Unfassbare, das um Kaddisch und Lillian herum geschieht. Immer wieder kommt für die beiden hart auf hart und hart auf härter, doch geben sie, wie sehr ihnen das Geschehende auch zusetzt, ihre Hoffnung wie ihre Suche nach einem archimedischen Punkt, mit dem sich dieser unmenschliche Staatsapparat bewegen lässt, nicht auf. Und doch kann denn eigentlich, zumindest beim Leser, nur Fassungslosigkeit bleiben über die Machtlosigkeit, mit der die beiden aufrichtigen Menschen einem missraten Staat und der Willkür seiner Handlanger, ihrem Spott und Hohn gegenüberstehen. Das Buch dreht sich mit der Zeit, weg vom humoristischen Beginn und wird , aufgrund dessen, w o v o n erzählt wird, immer mehr zu einem unangenehmen rumorenden, einem schwer verdaulichen Buch. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meiner Ansicht nach ist Nathan Englanders &quot;Ministerium für besondere Fälle&quot; nicht nur eine sehr gute (mehr oder weniger) Novität auf dem Buchmarkt, sondern auch ein ganz grossartiges und herausragendes Stück Literatur! Renesümee also: Besonders lesenswert! Und Prädikat: besonders wertvoll!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer also nun wissen will, was es mit dem Friedhof auf sich hat und womit Kaddisch sich seine Brötchen verdient, der sei nun an die Leseprobe oder gleich an die Lektüre des Buches verwiesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font size=&quot;1&quot;&gt;Nathan Englander&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.randomhouse.de/book/edition.jsp?edi=234945&quot;&gt;&lt;b&gt;Das Ministerium für besondere Fälle&lt;/b&gt;&lt;/a&gt; (Leseprobe!)&lt;br /&gt;
Roman&lt;br /&gt;
Gebunden mit Schutzumschlag, 448 Seiten &lt;br /&gt;
&#8364; 20,60 [A]&lt;/font&gt;</description>
    <dc:creator>Tarass</dc:creator>
    <dc:subject>Besprechungen und Notizen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Tarass</dc:rights>
    <dc:date>2009-05-11T18:33:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://cafe.twoday.net/stories/5689166/">
    <title>Das Leben des Herrn de ...</title>
    <link>http://cafe.twoday.net/stories/5689166/</link>
    <description>&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;69&quot; alt=&quot;moliere&quot; width=&quot;179&quot; align=&quot;right&quot; class=&quot;right&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/cafe/images/moliere.jpg&quot; /&gt;
&lt;br /&gt;In seinem Roman &quot;Das Leben des Herrn de Molière&quot; erzählt Michail Bulgakow vom Leben des berühmten französischen Komödiendichters. Das Buch liest sich aber keineswegs wie ein Biographie, es ist voll und ganz Roman und lässt Bulgakows Stil und die Facetten seiner Romankunst nicht vermissen. Er begleitet Bulgakow durch alle Abschnitte seines Lebens, von der Geburt an durch die Jahre in einer wandernde Schaupieltruppe bis hin zur Zeit als Günstling des Königs und Direktior der renommierten Komödienbühne im &quot;Kleinen Bourbon&quot;. (Über deren historische Korrektheit mögen die dem Roman hintangeführten literaturgeschichtlichen Anmerkungen Aufschluss geben). Der Roman jedenfalls ist überaus unterhaltsam gelungen und eigenständig, geeignet ohne Weiteres auch für die, die (noch) keine von Molières Komödien gelesen haben (wie zur Zeit noch mich). Es vermag - zumal des Autors Begeisterung und Interesse für Molière ganz stark spürbar sind- vielleicht sogar, bei den Lesern Interesse an Molières Werk zu schaffen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesen Fällen liegt dann der Griff beispielsweise zum Reclam nahe, zumal der Verlag doch &lt;a href=&quot;http://www.reclam.de/search?query=Moli%E8re&amp;suchen=los%21&amp;idx=0&quot;&gt;viele (alle?) seiner Komödien&lt;/a&gt; herausgibt. Diese Auswahl ist umso interessanter, als Bulgakow nicht versäumt, dem Leser die Geschichte jeder dieser Komödien, von Entstehung, Inhalt und Wirkung einer jeder Einzelnen zu erzählen- und einem somit jede Einzelne -die eine oder andere vielleicht aber doch eine Spur mehr- schmackhaft macht. Die beiden berühmten Komödien &quot;Der eingebildete Kranke&quot; und &quot;Der Geizige&quot; sind weiters auch als überaus günstige &lt;a href=&quot;http://www.verlagsgruppe.de/index.php?section=verlage&amp;pages=lesehefte&quot;&gt;&quot;Hamburger Lesehefte&quot;&lt;/a&gt; zu je 1,70&#8364; [A] oder aber (beide gemeinsam) in einem &lt;a href=&quot;http://www.fischerverlage.de//detail.php?template=fv_wide_wrapper&amp;_content_template=buch_detail&amp;_navi_area=fv_home&amp;_navi_item=03.00.00.00&amp;id=945277&quot;&gt;Taschenbuch der &quot;Fischer Klassik&quot;&lt;/a&gt; zu 8,30&#8364; [A] erhältlich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfehlenswert würde ich den Griff zu einem der Bücher Molières (nun, da ich mich in den eingebildeten Kranken zumindest hineingelesen habe) auf jeden Fall nennen. Seine Charaktere sind großartig, das Stück unterhaltsam und (so gut es denkbar möglich ist) für die Bühne geschaffen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiters gibt es auch einen Film (Regie Ariane Mnouchkine) über Molière, den ich noch nicht gesehen habe, der mir aber gut erscheint, und von dem ich euch hier nur Ausschnitte, den &lt;a href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=P3uZNnub0Xo&quot;&gt;Trailer&lt;/a&gt; und eine &lt;a href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=wO9CAUGbx2g&amp;feature=PlayList&amp;p=4BC7FA0FAB05C95A&amp;index=5&quot;&gt;kleine Szene&lt;/a&gt; über die molièr´sche Schauspielkunst anbieten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font size=&quot;1&quot;&gt;Michail Bulgakow&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.randomhouse.de/book/edition.jsp?edi=195881&quot;&gt;&lt;b&gt;Das Leben des Herrn de Molière&lt;/b&gt;&lt;/a&gt; (Infos und Leseprobe!)&lt;br /&gt;
Roman&lt;br /&gt;
Taschenbuch, Klappenbroschur, 240 Seiten &lt;br /&gt;
Sammlung Luchterhand&lt;br /&gt;
ISBN: 978-3-630-62096-1&lt;br /&gt;
&#8364; 9,30 [A]&lt;br /&gt;
&lt;/font&gt;</description>
    <dc:creator>Tarass</dc:creator>
    <dc:subject>Besprechungen und Notizen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Tarass</dc:rights>
    <dc:date>2009-05-08T04:10:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://cafe.twoday.net/stories/5666557/">
    <title>Die neuesten Bekenntnisse des Harald S.</title>
    <link>http://cafe.twoday.net/stories/5666557/</link>
    <description>Drei Stationen mit der U-Bahn oder fünf Minuten mit der Strassenbahn- das ist genau die rechte Zeit für zwei drei Seiten unterhaltsames Buch. Besonders eignen sich dafür Kolumnenbände. Und als solchen möchte ich euch hier das im Februar neu erschienene &quot;Ich hatte 3000 Frauen. Deutschlands größter TV-Star packt aus.&quot; vorstellen. Zitat aus dem Vorwort: &lt;i&gt;&quot;Tschuldigung! Der Titel ist wirklich ein bisserl arg platt, aber ich konnte mich gegen das ZK des Verlages nicht durchsetzen.&lt;br /&gt;
Meine ursprüngliche Idee war Harry Tintenbiss und die Leber des Feuchten.&lt;br /&gt;
Locker zusammengewürfelte Begriffe aus wirklichen Bestsellern, die der eilige Kunde eh nicht so genau wahrnimmt.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verfasst hat dieses Werk Harald Schmidt. Manche Pointen sind wirklich gut, manche aber auch nicht gerade echte Knaller. Dennoch, es gibt auch viele gute Stellen, und das Buch ist durchaus unterhaltsam. Freilich, ein paar sehr derbe Sätze und Witze gibt es schon auch. Wen das nicht stört und wer diese Art von Humor mag, der wird aber wahrscheinlich mit dem Buch durchaus zufrieden sein. Zur Veranschaulichung hier noch weitere Auszüge- selbst gekürzt und teils neu arrangiert- aus dem Vorwort. &lt;br /&gt;
&lt;i&gt;&lt;br /&gt;
Es hat mich mit Freude erfüllt, dass bei meinem letzten Buch so viele meiner Empfehlung gefolgt sind und eine eigene Talkshow eröffnet haben. Das zeigt, dass Mut und Selbstvertrauen immer noch wichtiger sind als Talent und Ausbildung.&lt;br /&gt;
Heute, Anfang 2009, möchte ich sie fragen: Warum haben sie noch kein Buch geschrieben? &lt;br /&gt;
In Verlagskreisen gilt als Faustregel, dass eine TV-Fresse drei Begabungen finanziert.&lt;br /&gt;
Ein Buch zu schreiben ist fast noch einfacher, als eine Talkshow zu moderieren. Natürlich reden wir hier nicht von ernsthaften, schweren Stoffen zwischen harten Deckeln. Nein, wir reden hier von einem Taschenbuch, Kategorie Sachbuch. Diese Kategorie ist wichtig, um es auf die Bestsellerliste zu schaffen. In der Kategorie Belletristik (also mit Personen und Inhalt) ist es aussichtslos.&lt;br /&gt;
Taschenbuch/Belletristik ist alles, was vor zwei oder drei Jahren schon bei Hardcover/Belletristik abgeräumt hat. Und Hardcover ist komplett aussichtslos. Selbst wenn ihnen taugliches zum Thema Analrasur und Dauerständer einfiele, würde ich es eher unter Sachbuch laufen lassen. Denn unter seriöser Literatur ist das Thema M?*&quot;§i erst mal durch Charlotte ausgelutscht. Und zwar auf absehbare Zeit.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font size=&quot;1&quot;&gt;Harald Schmidt&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.kiwi-verlag.de/36-0-buch.htm?isbn=9783462041040&quot;&gt;&lt;b&gt;Ich hatte 3000 Frauen. Deutschlands größter TV-Star packt aus.&lt;/b&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
KiWi Taschenbuch&lt;br /&gt;
&#8364; 8,20 [A]&lt;/font&gt;</description>
    <dc:creator>Tarass</dc:creator>
    <dc:subject>Besprechungen und Notizen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Tarass</dc:rights>
    <dc:date>2009-04-26T08:37:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://cafe.twoday.net/stories/5666372/">
    <title>The chemicals beyond us</title>
    <link>http://cafe.twoday.net/stories/5666372/</link>
    <description>&lt;br /&gt;Es stimmt schon, an ein paar Stellen ist es doch ziemlich grauslicher Scheiß- besonders wenns um matschiges Fleisch und Verpuppungsstadien geht. Dennoch mag das der Tatsache nichts anhaben, dass &quot;Die Chemie des Todes&quot; von Simon Beckett ein ziemlich gutes Buch -Krimi, Thriller- ist. Und: Ich bin mir zwar nicht ganz im klaren darüber, was genau literarische Qualität nun eigentlich ist, aber auch sie würde ich dem Buch zusprechen. Gut lesbar, raffiniert aufgebaut. Nicht hochtrabend, aber auch nicht seicht. Und keines von jenen Büchern, in denen Thrill wie auch der typische Thriller-Kitsch und Brutalität die einzigen Qualitäten darstellen. Auch lässt die &quot;Chemie des Todes&quot; zwar diese nicht enbehren; aber es sind  bei weitem nicht die einzigen Reize des Buches.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;maggots, flies and combinations, the give the answers&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
David Hunter, der Protagonist, besitzt dank seiner forensischen Ausbildung vielerlei Qualitäten. Vor allem kann er Todeszeitpunkt und diverse Verletzungen aus dem Zustand eines Leichnahms ziemlich genau bestimmen. Und so beteiligt er sich schließlich auch and der polizeilichen Untersuchung eines Leichenfundes im Dorfe Manham, wohin er sich eigentlich um eines ruhigen Daseins willen zurückgezogen hatte. Zur fordersten Front der Ermittler gehört er aber nicht, sondern bleibt außerhalb der Laborangelegenheiten doch eher ein außenstehender, der schließlich (ist ja ein Thriller) auch selbst in die Verbrechensserie um das Verschwinden junger Frauen verwickelt wird. Er selbst ist sympatisch und die Story um ihn herum nett. Die herrschende Stimmung um die kleine Dorfgemeinde ist sehr atmosphärisch- denn man lernt ja die Leute kennen, und einer von ihnen muss den Indizien zufolge der Mörder sein. Jeder könnte es sein, jeder ist früher oder später verdächtig. Der Ermittlungsleiter ist wortkarg und launisch, der Mörder abnorm und unauffällig, der Zustand seiner Opfer ziemlich grauslich und das Ende (zumindest für einen kaum-Thriller-Leser wie mich) ziemlich heftig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man sieht: Beckett hat hier vielerlei versammelt, das Spannung garantiert. Und: er hat diese Dinge allesamt gut umgesetzt. Alles in allem: lesenwert, wie ich finde!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font size=&quot;1&quot;&gt;Simon Beckett&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.rowohlt.de/buch/Simon_Beckett_Die_Chemie_des_Todes.26042009.1486303.html&quot;&gt;&lt;b&gt;Die Chemie des Todes&lt;/b&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
rororo Taschenbuch, 432 S.&lt;br /&gt;
&#8364; 10,20 [A]&lt;/font&gt;</description>
    <dc:creator>Tarass</dc:creator>
    <dc:subject>Besprechungen und Notizen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Tarass</dc:rights>
    <dc:date>2009-04-26T04:44:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://cafe.twoday.net/stories/5614918/">
    <title>Maj Sjöwall/Per Wahlöö: Die Tote im Götakanal</title>
    <link>http://cafe.twoday.net/stories/5614918/</link>
    <description>&lt;font size=&quot;1&quot;&gt;&lt;i&gt;Zum Buch:&lt;/i&gt;&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font size=&quot;2&quot;&gt;&lt;b&gt;Eine Tote, die niemand vermisst und keiner kennt&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Leiche wird aus dem Götakanal geborgen. Sie kann nur wenige Tage im Schlamm des Schleusenbeckens gelegen haben  noch immer erkennt man, dass die junge Frau dunkelhaarig und hübsch war. Wie die Obduktion ergibt, wurde sie vor ihrem Tod misshandelt. Tatort: unbekannt. Die Kriminalbeamten stehen vor einem absoluten Rätsel, weil niemand die Frau zu vermissen scheint. Nicht einmal ihr Name kann ermittelt werden. Aber Kommissar Martin Beck gibt nicht auf. Und allmählich erwacht die Tote zum Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist der erste Band der weltberühmten Serie um den schwedischen Kommissar Martin Beck. In neuer Übersetzung und mit einem Vorwort von... &lt;/font&gt;&lt;font size=&quot;1&quot;&gt;(Quelle: Verlag)&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, das Vorwort zur Rowohlt-Neuauflage der &quot;Toten im Götakanal&quot; wurde von einer echten Berühmtheit im Krimi-Genre verfasst und singt wahre Lobeshymnen auf das Buch und eben auf jene Reihe aus zehn &quot;Komissar Beck&quot;-Krimis, deren Anfang &quot;Die Tote im Götakanal&quot; darstellt. Man hält, so steht es ebenda, einen besonderen Kriminalroman, oder besser: einen für seine Entstehungszeit sehr innovativen in Händen. Die Handlung entwickelt sich  auf dem schlichten Boden von Ermittlerrealität und Polizeialltag, und löst sich somit aus der Tradition von Puzzlekrimis und Armchair Detectives wie auch von &quot;der hoffnungslos stereotypen Menschenschilderung, der man in der Regel begegnete&quot;, und in der &quot;Milieu ... nur Milieu (war, es aber) keinen unmittelbaren lebendigen Zusammenhang mit der Realität (gab), in der ein Verbrechen geschah&quot;. Es treten &quot;ganz gewöhnliche Menschen als Mordermittler auf den Plan&quot;. Und jenes Kanalschiff, von dem man liest und auf dem der Mord geschieht, gondeln oder gondelte wirklich auf dem Götakanal hin und her. Kurz: es zeigt sich hier früh jene Krimiatmosphäre, die besonders den skaninavischen Krimi auszeichnet: Realismus (oder Realitätsnähe) und ein gesellschaftlich-psychologisch der Realität nachempfundenes Verbrenchensumfeld, Feierabendbiere, Überstunden und Nachtdienste, kleveres Kombinieren aber auch mühevolles Voranackern mit Routine-Ermittlungsarbeiten. Und damit ist, so unser überaus bekannter Vorwortautor, ein bedeutender Schritt getan, um folgendem überaus interessanten Aspekt Raum zu geben: den Kriminalroman als Spiegel der Gesellschaft und somit als gesellschaftskritischen Text zu verwenden. Auch er betont, dass Sjöwall und Wahlöö als Elternpaar des skandinavischen Krimis betrachtet. Und- Sie verhalfen damit dem Genre des Kriminalromans im Allgemeinen in bedeutendem Ausmaß dazu, im Kreise der Kritiker usw. ernstgenommen und als &quot;hohe&quot; Literatur anerkannt zu werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in anderer Hinsicht ist das Buch sehr interessant: Wie wurde vor 40 Jahren ermittelt? Wie sind solche Morduntersuchungen vor sich gegangen, als Fingerabdruckanalysen noch die Ausnahme waren? &quot;Es gab keine Handys. Man war auf Telefonzellen angewiesen. Man aß in Imbissbars zu Mittag, niemand hatte kleine Tonbandgeräte in der Hosentasche, und von Computern hatte man kaum läuten hören. Die richtig großen Einwanderungswellen hatten gerade erst begonnen. (...) Und alle zeigten ihren Pass vor, selbst wenn sie nur nach Norwegen oder Dänemark reisen wollten.&quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schluss nun mit der Geheimniskrämerei um jenen Verfasser des Vorworts: geschrieben hat es der von mir für seine Krimis sehr geschätzte Henning Mankell. Wie er will nun auch ich euch die Lektüre der &quot;Toten im Götekanal&quot; (und auch der anderen Romane, sie haben die selben Qualitäten!) empfehlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Auch die Vorworte in allen anderen Bänden der 10teiligen Serie stammen von bekannten Krimi-SchriftstellerInnen wie etwa Jo Nesbø, Anne Holt und Leif Persson.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font size=&quot;1&quot;&gt;Maj Sjöwall, Per Wahlöö&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.rowohlt.de/buch/Maj_Sjoewall_Die_Tote_im_Goetakanal.20042009.2369236.html&quot;&gt;&lt;b&gt;Die Tote im Götakanal&lt;/b&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
rororo Taschenbuch&lt;br /&gt;
&#8364; 9,20 [A]&lt;/font&gt;</description>
    <dc:creator>Tarass</dc:creator>
    <dc:subject>Besprechungen und Notizen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Tarass</dc:rights>
    <dc:date>2009-03-29T22:56:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://cafe.twoday.net/stories/5592102/">
    <title>Walter Kappacher: Der Fliegenpalast</title>
    <link>http://cafe.twoday.net/stories/5592102/</link>
    <description>&lt;p align=&quot;right&quot;&gt;&lt;font size =&quot;1&quot;&gt;&lt;i&gt;Ob Sie wohl noch auf der Fusch sind? &lt;br /&gt;
Ob Sie eine stille Arbeitsmöglichkeit fanden, &lt;br /&gt;
ob viel Freude aus der Erinnerung aufsteigt, oder &lt;br /&gt;
ob sie nach den früheren Jahren manches vermissen ... ?&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;
(Brief des Freundes Carl an H., S 49)&lt;/font&gt;&lt;/p&gt;

Walter Kappachers Buch &quot;Der Fliegenpalast&quot; beschreibt einen Auschnitt aus dem Leben Hugo von Hofmannsthals: einige wenige Tage eines Aufenthaltes des Dichters im salzburgischen Kurort &lt;a href=&quot;http://www.fusch.at/index.php?did=225&amp;rid=52&amp;dr=3&quot;&gt;Bad Fusch&lt;/a&gt;. Der etwa fünfzigjährige Autor arbeitet zu dieser Zeit -es ist das Jahr 1924- an mehreren Werken. Die Arbeit will ihm allerdings nicht von der Hand gehen. Er wechselt, auf ein Ende seiner Schreibblockade hoffend, von Ort zu Ort, erwartet den Augenblick und den Platz, an dem er seine Kreativität und Schaffenskraft wiederfindet. Der Leser erlebt Hofmannsthal in einer Zeit der Niedergeschlagenheit, einer Lebens- und Schaffenskrise, die in seinem Fall auf eine &quot;ruhmreiche Jugend&quot; folgt, in der er sich &lt;i&gt;&quot;einen Namen gemacht (hatte), ohne eigentlich zu begreifen, wie es dazu kam. (...) es waren ihm (während des Aufenthaltes in Fusch) die schwierigen Jahre vor und nach seiner Hochzeit in Erinnerung gekommen. Ich bin ins Leben eingetreten, hatte er Jahre später einmal gedacht, und meine lyrische Begabung ist bei der anderen Tür hinaus. (...) Carl gegenüber hatte er bekannt -er erinnerte sich genau, wo sie gestanden waren (...) - dass er sich als einen in seiner zweiten Lebenshälfte Gescheiterten empfinde.&quot;&lt;/i&gt; &lt;font size=&quot;1&quot;&gt;(Auszug)&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Leser des Buches bewegt sich sehr nah am Autor und an dessen Gedanken und Empfindungen. Dennoch liest er keinen schlichten innernen Monolog oder dergleichen. Kappachers präsentiert ein Buch voller stilistischer Facetten, in das man sich erst ein wenig einlesen muss: Gedanken werden durch den Erzählstrang und die Kommentare und Ausführungen des Erzählers ebenso eingewoben wie Beobachtungen, Gefühle, Erinnerungen oder Briefe. Oft folgen Sätze in erster und Sätze in dritter Person unmittelbar aufeinander- allerdings so verständlich, dass die Lektüre halbwegs aufmerksamen Lesern keine Schwierigkeiten bereiten sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der Schaffenskrise Hofmannsthals stellt der Fliegenpalast aber auch ein ganz persönliches Zeitenpanorama dar: im Erleben des berühmten Dichters treffen Vergangenheit und Gegenwart -die Zeit vor und nach jener tiefgreifenden Zeitenwende, die der Erste Weltkrieg bedeutete- aufeinander. Es ist jene alte Zeit von lange vor dem Kriege, und jene alte Welt, die der Bürgerlichen, der Baronessen, Barone und Sommerfrischen, in welche nie der Krieg mit Brutalität eingebrochen und jene große Zäsur geworden war, die in ihm, H., und in den anderen Personen seines Bekanntenkreises noch lebendig ist.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;&quot;Ria Claassen beklagte sich, dass sie kein Programm der Salzburger Festspiele erhalten habe. Unmöglich konnte er Hunderten Leuten mitteilen, dass dieses Jahr keine Festspiele stattfanden und warum. Schon gar nicht die in der Presse kolportierten Gründe: weil eine Darstellerin abgesagt hat, oder aus Geldmangel... Die Hauptursache war vielmehr die katastrophale Lage im ganzen Land, die weiter fortschreitende Geldentwertung. Lebensmittelmangel, Wohnungsnot, Arbeitslosigkeit machten den Einheimischen schwer zu schaffen, sie konnten kein Verständnis aufbringen für Festspiele. Da und dort war in Salzburg auch schon dagegen demonstriert worden. Eine gewisse reaktionäre Presse hetzte. Man hätte jedenfalls befürchten müssen, dass Einheimische die aus ganz Europa und sogar aus Übersee angereisten festlich gekleideten Besucher vor dem Festspielhaus angepöbelt hätten.&quot;&lt;/i&gt; &lt;font size=&quot;1&quot;&gt;(Auszug)&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abschließend bleibt mir noch zu sagen, dass ich die Lektüre mochte. Der &quot;Fliegenpalast&quot; ist trotz des zentralen Themas ein ganz ruhiges, gar nicht bedrückendes Buch. &lt;i&gt;&quot;Kappacher&quot;&lt;/i&gt;, schreibt &lt;a href=&quot;http://www.faz.net/s/Rub4A285C3CD96B4BD4B33430B85E00A3D4/Doc~E3F2E76939FBF42509589ED42D1E05FDF~ATpl~Ecommon~Scontent.html&quot;&gt;Hans-Jürgen Schings auf faz.net&lt;/a&gt;, &lt;i&gt;&quot;bietet nichts Sensationelles auf, keine Entlarvungen, keine Denunziation, keine radikal neue Sicht. Nirgends erhebt er sich über seinen Autor. Er verzichtet auf jede Anbiederung durch Lob oder durch Kritik. Man hört eigentlich, abgesehen von ein paar Automobilen, die H. faszinierten, keinen lauten Ton.&quot;&lt;/i&gt; Nach außen hin wie nach innen ist der Fliegenpalast unauffällig, ohne irgend auffällige Reize. Und dennoch (oder genau deshalb) -und dem will ich mich anschließen- heißt es bei Schings weiter: &lt;i&gt;&quot;Ein stiller Sog erfasst den Leser, ohne dass der weiß, wie ihm geschieht.&quot;&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font size=&quot;1&quot;&gt;Walter Kappacher&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.residenzverlag.at/?m=30&amp;o=2&amp;id_program=27&amp;id_title=1190&quot;&gt;&lt;b&gt;Der Fliegenpalast&lt;/b&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
176 Seiten, Hardcover&lt;br /&gt;
EUR 17,90 [A]&lt;br /&gt;
ISBN: 978-3-701-715-107&lt;/font&gt;</description>
    <dc:creator>Tarass</dc:creator>
    <dc:subject>Besprechungen und Notizen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Tarass</dc:rights>
    <dc:date>2009-03-18T19:57:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://cafe.twoday.net/stories/5569098/">
    <title>Michail Lermontow: Ein Held unserer Zeit</title>
    <link>http://cafe.twoday.net/stories/5569098/</link>
    <description>Die diesmalige Buchvorstellung will euch von Michail Lermontows Roman &quot;Ein Held unserer Zeit&quot;, erschienen im Jahre 1840, erzählen. Worum gehts? Um den ... &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
... &lt;i&gt;Offizier und Lebemann Petschorin&lt;/i&gt; (... der) &lt;i&gt;unter seiner Unfähigkeit zu wahrem Gefühl (leidet). Trotz seiner rastlosen Suche nach Glück bleibt ihm dauerhafte Erfüllung versagt.&lt;/i&gt;&lt;font size=&quot;1&quot;&gt;(suhrkamp.de)&lt;/font&gt; Er selbst fasst seine Lage in folgende Worte: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Wissen sie, Maxim Maximytsch, (...) , ich habe einen unglückseligen Charakter; ob mich die Erziehung so gemacht oder Gott so erschaffen hat, weiß ich nicht; (...) von dem Augenblick an, da ich die elterliche Obhut verließ, gab ich mich wild allen Genüssen hin, die man für Geld haben kann, und diese Genüsse wurden mir selbstverständlich zuwider. Dann stürzte ich mich in die grosse Welt, aber bald ödete mich auch die Gesellschaft an; ich verliebte mich in vornehme Schönheiten und wurde wiedergeliebt, doch deren Liebe stachelte nur meine Phantasie und meine Eigenliebe an; das Herz blieb leer... Ich begann zu lesen, zu studieren- aber auch der Wissenschaften wurde ich überdrüssig; ich sah dass weder Ruhm noch Glück von ihnen abhängen, weil die glücklichsten Menschen die Unwissenden sind (...) Da überkam mich Langeweile ...&lt;/i&gt; &lt;font size=&quot;1&quot;&gt;(Auszug, Seite 51)&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Held unserer Zeit, schreibt der Autor im Vorwort über Petschorin, &lt;i&gt;ist tatsächlich ein Portrait, aber nicht das eines einzelnen Menschen; es ist ein Portrait, das sich aus den voll ausgereiften Lastern unserer ganzen Generation zusammensetzt.&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit seltener Kunstfertigkeit lässt Michail Lermontow in seinem Roman drei Menschen die Geschichte Petschorins im großen Zusammenhang wie auch in vielen kleinen Begebenheiten erzählen: Petschorins Freund, den Stabskapitän Maxim, einen Reisenden, der die einzelnen Teile des Romans verbindet, sowie Petschorin selbst. Durch den Reisenden gewinnt der Roman zudem eine zusätzliche (wohlgemerkt: zusätzliche!) Facette, nämlich die eines Reiseberichts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist, trotz des Meisterwerks, der Name Lermontow eher unbekannt. Ist doch der &quot;Held unserer Zeit&quot;, neben seinen Gedichten, mit etwa 200 Seiten sein &lt;i&gt;einziges vollendetes Prosawerk.&lt;/i&gt; &lt;font size=&quot;1&quot;&gt;(suhrkamp.de)&lt;/font&gt; Daneben hat Lermontow noch einige Gedichte hinterlassen. Der Grund mag darin liegen, dass er bereits mit 27 Jahren im Duell starb. Mittlerweile steht der Autor aber wie &lt;i&gt;Tolstoj, Dostojewski, Turgenjew, Gogol, Puschkin (...) und Gontscharow (...) für die wichtigste Epoche innerhalb der russischen Literatur; (ihre ... ) Romane (...) sind Teil der Weltliteratur und bis heute lebendig.&lt;/i&gt; &lt;font size=&quot;1&quot;&gt;(suhrkamp.de)&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font size=&quot;1&quot;&gt;Michail Lermontow&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.suhrkamp.de/titel/titel.cfm?bestellnr=34665&quot;&gt;&lt;b&gt;Ein Held unserer Zeit&lt;/b&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
Roman, Taschenbuch, 209 Seiten&lt;br /&gt;
Aus dem Russischen von Günther Stein&lt;br /&gt;
&#8364; 8,30 [A] &lt;br /&gt;
ISBN 978-3-458-34665-4&lt;/font&gt;</description>
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