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Zuflucht im Kloster bei Pater Christoforo


Renzo stellte sich vor die Tür und drückte sachte dagegen. Die Tür gab tatsächlich nach, und das durch den Spalt eindringende Mondlicht fiel auf das bleiche Gesicht und den weißen Bart des dahinter wartenden Paters Cristoforo. "Gott sei Dank!" sagte er, als er sah, dass niemand fehlte, und winkte die drei herein. Neben ihm stand ein weiterer Kapuziner, der Bruder Mesner, den er mit Bitten und Argumenten überredet hatte, aufzubleiben, die Tür angelehnt zu lassen und mit ihm hinter ihr zu warten, um die armen Flüchtlinge in Empfang zu nehmen; und es hatte der ganzen Autorität des Paters und seines Rufes als Heiliger bedurft, um den Laienbruder zu so einer ungemütlichen, gefährlichen und regelwidrigen Gefälligkeit zu bewegen. Als die drei eingetreten waren, machte der Pater die Tür leise zu. Nun aber konnte der Mesner nicht länger an sich halten, rief den Pater beiseite und flüsterte ihm ins Ohr: „Aber Pater, Pater! Bei Nacht … in der Kirche … mit Frauen … zuschließen … die Regel!“ Er schüttelte missbilligend den Kopf. Und während er stammelnd diese Worte hervorstieß, dachte Pater Cristoforo bei sich: Sieh einer an! Wenn es ein verfolgter Straßenräuber wäre, würde Fra Fazio ihm nicht die geringsten Schwierigkeiten machen, aber eine arme Unschuldige, die den Klauen des Wolfes entronnen ist … - „Omnia munda mundis“, sagte er sodann unvermittelt zu Fra Fazio, wobei er vergaß, dass dieser kein Latein verstand. Doch gerade diese Vergesslichkeit tat ihre Wirkung. Hätte der Pater begonnen, mit Vernunftgründen zu argumentieren, hätte es Fra Fazio gewiss nicht an Gegengründen gefehlt, und der Himmel weiß, wann und wie die Sache zu Ende gegangen wäre. So aber, als er diese geheimnisvoll klingenden und so resolut gesprochenen Worte vernahm, schien ihm, dass sie die Lösung all seiner Zweifel enthielten. So beruhigte er sich und sagte: „Nun gut, Ihr versteht davon mehr als ich.“

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