Alessandro Manzoni: I promessi sposi
Alessandro Manzoni erzählt in seinen "Brautleuten" (erstveröffentlicht 1827) die Geschichte zweier junger Verlobter -der schönen und ehrhaften Lucia und des braven Handwerksburschen Renzo-, deren Heirat durch die Schurkerei eines mächtigen Mannes und Störenfrieds viele Steine und Hindernisse in den Weg gelegt werden. Er nimmt den Leser aber auch mit auf eine Reise in die Welt des Fürstentums Mailand um 1620, in dem sich die Ereignisse zutragen, und berichtet uns mit viel Witz und Geist nicht nur jene wunderbare Geschichte der Brautleute sondern auch von jenen "vielen wichtigen Dingen von der Sorte, die man im engeren Sinne als historisch bezeichnet", welche sich damals in dieser Gegend zutrugen und um die sich die Geschichte Lucias und Renzos immer wieder wickelt. Manzoni stellt dem Leser viele -alle im Rahmen der Geschichte irgendwie bedeutsame- Personen vor und zeichnet mit ihnen ein unterhaltsames Panorama der seinerzeitigen Mentalitäten und Weltbilder der Mailänder Menschen, das von Gottesfurcht bis hin zur Zügellosigkeit mit ziemlich Allem aufwartet und unterhält.
Links zu Abbildungen: "Titelbild der Ausgabe von 1840", Quelle: wikipedia.de
"Mailand 1621", Quelle: wikipedia.de
Lesegenuss und Lesevergnügen sind groß, und das ist meiner Ansicht neben dem Autor auch zu einem guten Teil Burkhart Kröbers Übertragung ins Deutsche, der man die große Liebe zu Ausdruck und Fabulierkunst anmerkt, zu verdanken. Viele seiner Sätze zergehen dem Leser (und wohl besonders solchen, die große Vielfalt in Wortwahl und Ausdruck lieben) -wenn diese Redewendung hier erlaubt ist- geradezu auf der Zunge. Mühsam war die Arbeit, schreibt der Übersetzer im Vorwort, doch vieldeutig, präzise wie auch „wunderbar geschmeidig, elegant und, wo es richtig ist, hart und witzig“ (Rolf Vollmann in der „Zeit“) ist das Ergebnis gelungen. „Es ist Kroeber weithin gelungen, den Staub der Zeiten wegzublasen, was umso verdienstlicher ist, als er Neologismen und Modeworte strikt meidet. So ist es ihm geglückt, den alten Text kräftig aufzufrischen, seine „Spannung” spürbar zu machen, seine meditativen und beschreibenden Teile von jeder Langeweile zu befreien.“ (SZ) Aus Manzonis offenbar schwierigem Erbe, „lombardischen Eigenheiten zuhauf, falsch gebrauchten Redewendungen der Hochsprache, ... geschwollene Deklamationen und andere derlei Extravaganzen,..., dazu spanische Floskeln“ (Kröber im Vorwort), hat er einen wunderbar lesbaren und vielgelobten Text von großer sprachlicher Schönheit gemacht mit jener umfang- und facettenreiche Geschichte, die den "Brautleuten" zugrunde liegt, als ausgezeichnetem Fundament. Zur Übertragung an sich gäbe es hier noch einiges mehr zu sagen und zu erzählen. Ich will mich aber an dieser Stelle damit begnügen, dazu auf die Lektüre etwa der Besprechungen oder des Buches selbst zu verweisen, und euch statt dessen eine kurze Leseprobe vorzulegen.
Das Buch ist, das ist zu sagen, hervorragend gelungen. Es erzählt eine wunderschöne Geschichte in gelungenster Sprache und amüsiert anbei auch mit den (weniger am Rande als immer wieder zwischendurch und überaus unterhaltsam erzählten) Geschichten etwa der Mailänder Pest oder des großen Kardinals Federico Borromeo- welche sich obendrein allesamt auf historische Quellen stützen. So wenig Gründe es dafür gibt, nicht zur Lektüre zu raten: etwas Ausdauer braucht man wohl dennoch, zumal es sich um einen ordentlichen Schmöker von über 800 Seiten handelt. Doch gelang es Autor und Übersetzer zur großen Freude, das Buch so zu gestalten, dass uns auf all den Seiten keine langweilige Passagen begegnen! Der Text birgt, so Vollmann weiter, (wie ich fand bereits vom Vorwort an) „eine herrliche Spannung, die mit Vergnügen ahnen lässt, dass wir mit diesem Erzähler einen langen Weg sehr gern gehen wollen.“ Mag man das Buch aber auch nicht ganz zu Ende lesen, in den meisten Fälle werden wohl allein die tatsächlich gelesenen Teile der Geschichte dem Leser bei der Lektüre einiges Vergnügen bereiten!
Es gibt den Text in dieser Übersetzung sowohl in schönen Dünndruckausgaben zwischen Leinendeckeln (entweder der Büchergilde oder von Hanser) als auch etwas günstiger als dtv-Taschenbuch.
Hier gehts auch noch zu einigen der zahlreichen Bilder von Szenen unserer Geschichte, zu denen Manzonis Roman so manchen Zeichner inspiriert hat ...
Links zu Abbildungen: "Titelbild der Ausgabe von 1840", Quelle: wikipedia.de
"Mailand 1621", Quelle: wikipedia.de
Lesegenuss und Lesevergnügen sind groß, und das ist meiner Ansicht neben dem Autor auch zu einem guten Teil Burkhart Kröbers Übertragung ins Deutsche, der man die große Liebe zu Ausdruck und Fabulierkunst anmerkt, zu verdanken. Viele seiner Sätze zergehen dem Leser (und wohl besonders solchen, die große Vielfalt in Wortwahl und Ausdruck lieben) -wenn diese Redewendung hier erlaubt ist- geradezu auf der Zunge. Mühsam war die Arbeit, schreibt der Übersetzer im Vorwort, doch vieldeutig, präzise wie auch „wunderbar geschmeidig, elegant und, wo es richtig ist, hart und witzig“ (Rolf Vollmann in der „Zeit“) ist das Ergebnis gelungen. „Es ist Kroeber weithin gelungen, den Staub der Zeiten wegzublasen, was umso verdienstlicher ist, als er Neologismen und Modeworte strikt meidet. So ist es ihm geglückt, den alten Text kräftig aufzufrischen, seine „Spannung” spürbar zu machen, seine meditativen und beschreibenden Teile von jeder Langeweile zu befreien.“ (SZ) Aus Manzonis offenbar schwierigem Erbe, „lombardischen Eigenheiten zuhauf, falsch gebrauchten Redewendungen der Hochsprache, ... geschwollene Deklamationen und andere derlei Extravaganzen,..., dazu spanische Floskeln“ (Kröber im Vorwort), hat er einen wunderbar lesbaren und vielgelobten Text von großer sprachlicher Schönheit gemacht mit jener umfang- und facettenreiche Geschichte, die den "Brautleuten" zugrunde liegt, als ausgezeichnetem Fundament. Zur Übertragung an sich gäbe es hier noch einiges mehr zu sagen und zu erzählen. Ich will mich aber an dieser Stelle damit begnügen, dazu auf die Lektüre etwa der Besprechungen oder des Buches selbst zu verweisen, und euch statt dessen eine kurze Leseprobe vorzulegen.
Das Buch ist, das ist zu sagen, hervorragend gelungen. Es erzählt eine wunderschöne Geschichte in gelungenster Sprache und amüsiert anbei auch mit den (weniger am Rande als immer wieder zwischendurch und überaus unterhaltsam erzählten) Geschichten etwa der Mailänder Pest oder des großen Kardinals Federico Borromeo- welche sich obendrein allesamt auf historische Quellen stützen. So wenig Gründe es dafür gibt, nicht zur Lektüre zu raten: etwas Ausdauer braucht man wohl dennoch, zumal es sich um einen ordentlichen Schmöker von über 800 Seiten handelt. Doch gelang es Autor und Übersetzer zur großen Freude, das Buch so zu gestalten, dass uns auf all den Seiten keine langweilige Passagen begegnen! Der Text birgt, so Vollmann weiter, (wie ich fand bereits vom Vorwort an) „eine herrliche Spannung, die mit Vergnügen ahnen lässt, dass wir mit diesem Erzähler einen langen Weg sehr gern gehen wollen.“ Mag man das Buch aber auch nicht ganz zu Ende lesen, in den meisten Fälle werden wohl allein die tatsächlich gelesenen Teile der Geschichte dem Leser bei der Lektüre einiges Vergnügen bereiten!
Es gibt den Text in dieser Übersetzung sowohl in schönen Dünndruckausgaben zwischen Leinendeckeln (entweder der Büchergilde oder von Hanser) als auch etwas günstiger als dtv-Taschenbuch.
Hier gehts auch noch zu einigen der zahlreichen Bilder von Szenen unserer Geschichte, zu denen Manzonis Roman so manchen Zeichner inspiriert hat ...
Tarass - 18. Mai, 21:37




