[>>]

Sonntag, 26. April 2009

The chemicals beyond us


Es stimmt schon, an ein paar Stellen ist es doch ziemlich grauslicher Scheiß- besonders wenns um matschiges Fleisch und Verpuppungsstadien geht. Dennoch mag das der Tatsache nichts anhaben, dass "Die Chemie des Todes" von Simon Beckett ein ziemlich gutes Buch -Krimi, Thriller- ist. Und: Ich bin mir zwar nicht ganz im klaren darüber, was genau literarische Qualität nun eigentlich ist, aber auch sie würde ich dem Buch zusprechen. Gut lesbar, raffiniert aufgebaut. Nicht hochtrabend, aber auch nicht seicht. Und keines von jenen Büchern, in denen Thrill wie auch der typische Thriller-Kitsch und Brutalität die einzigen Qualitäten darstellen. Auch lässt die "Chemie des Todes" zwar diese nicht enbehren; aber es sind bei weitem nicht die einzigen Reize des Buches.

maggots, flies and combinations, the give the answers

David Hunter, der Protagonist, besitzt dank seiner forensischen Ausbildung vielerlei Qualitäten. Vor allem kann er Todeszeitpunkt und diverse Verletzungen aus dem Zustand eines Leichnahms ziemlich genau bestimmen. Und so beteiligt er sich schließlich auch and der polizeilichen Untersuchung eines Leichenfundes im Dorfe Manham, wohin er sich eigentlich um eines ruhigen Daseins willen zurückgezogen hatte. Zur fordersten Front der Ermittler gehört er aber nicht, sondern bleibt außerhalb der Laborangelegenheiten doch eher ein außenstehender, der schließlich (ist ja ein Thriller) auch selbst in die Verbrechensserie um das Verschwinden junger Frauen verwickelt wird. Er selbst ist sympatisch und die Story um ihn herum nett. Die herrschende Stimmung um die kleine Dorfgemeinde ist sehr atmosphärisch- denn man lernt ja die Leute kennen, und einer von ihnen muss den Indizien zufolge der Mörder sein. Jeder könnte es sein, jeder ist früher oder später verdächtig. Der Ermittlungsleiter ist wortkarg und launisch, der Mörder abnorm und unauffällig, der Zustand seiner Opfer ziemlich grauslich und das Ende (zumindest für einen kaum-Thriller-Leser wie mich) ziemlich heftig.

Man sieht: Beckett hat hier vielerlei versammelt, das Spannung garantiert. Und: er hat diese Dinge allesamt gut umgesetzt. Alles in allem: lesenwert, wie ich finde!

Simon Beckett
Die Chemie des Todes
rororo Taschenbuch, 432 S.
€ 10,20 [A]

Wer wir sind

Dies ist das Blog einer Gruppe von Leuten, die gerne lesen, plaudern und anregende Gespräche in angenehmer Gesellschaft schätzen. (mehr ...)

Hier gelangt ihr zum Gästebuch.

Kaffee, Buch & Kultur in Wien

Hier findet ihr Links und Infos zu Wiener Kaffeehäusern, Buchläden und Theatern und Musiktheatern wie auch zu Museen, Galerien und Co. für euch bereit!

Bücher!

Hier findet ihr unsere Buch-, Hörbuch und Filmnotizen von A-Z sowie auch ein Verzeichnis klassi- scher Prosatexte (v.a. aus dem 18. und 19. Jahrhundert)!

Veranstaltungen

Hie und da stellen wir hier auch Hinweise auf aktuelle Veranstaltungen in Wien zur Verfügung!

Anderes

Hier einige nette Geschichten, Anekdoten und Zitate

Feuilleton à ma façon

Einige eigene oder geschätzte Lyrik und Prosa haben wir hier für euch gesammelt

Wien in Bildern:
Die Spaziergänge

Portraits zum Leben geschätzter Persönlichkeiten

Humor, ob bissig oder bescheiden:
Die Phänomene!

Ergebnisse kurz- zeitiger Klarheit und Auffassungsgabe: "Angedacht"

appetizers

mumo2

Neue Beiträge und Kommentare

Lass die Vergangenheit...
Lass die Vergangenheit doch ruh´n, mein Freund,...
Tarass - 13. Dez, 10:15
Décadence, Siechtum...
... dem Absinth verfallen sind: Charles Baudelaire,...
Tarass - 30. Nov, 20:47
marx reloaded
Karl Marx/Friedrich Engels Studienausgabe Bd. V "Prognose...
Tarass - 24. Nov, 06:45
Besprechungen von A-Z
Alle Besprechungen, ganz klassisch nach Aktualität,...
Tarass - 24. Nov, 06:43

zeitungen lesen literatur

Suche