Maj Sjöwall/Per Wahlöö: Die Tote im Götakanal
Zum Buch:
Eine Tote, die niemand vermisst und keiner kennt
Eine Leiche wird aus dem Götakanal geborgen. Sie kann nur wenige Tage im Schlamm des Schleusenbeckens gelegen haben – noch immer erkennt man, dass die junge Frau dunkelhaarig und hübsch war. Wie die Obduktion ergibt, wurde sie vor ihrem Tod misshandelt. Tatort: unbekannt. Die Kriminalbeamten stehen vor einem absoluten Rätsel, weil niemand die Frau zu vermissen scheint. Nicht einmal ihr Name kann ermittelt werden. Aber Kommissar Martin Beck gibt nicht auf. Und allmählich erwacht die Tote zum Leben….
Dies ist der erste Band der weltberühmten Serie um den schwedischen Kommissar Martin Beck. In neuer Übersetzung und mit einem Vorwort von... (Quelle: Verlag)
Ja, das Vorwort zur Rowohlt-Neuauflage der "Toten im Götakanal" wurde von einer echten Berühmtheit im Krimi-Genre verfasst und singt wahre Lobeshymnen auf das Buch und eben auf jene Reihe aus zehn "Komissar Beck"-Krimis, deren Anfang "Die Tote im Götakanal" darstellt. Man hält, so steht es ebenda, einen besonderen Kriminalroman, oder besser: einen für seine Entstehungszeit sehr innovativen in Händen. Die Handlung entwickelt sich auf dem schlichten Boden von Ermittlerrealität und Polizeialltag, und löst sich somit aus der Tradition von Puzzlekrimis und Armchair Detectives wie auch von "der hoffnungslos stereotypen Menschenschilderung, der man in der Regel begegnete", und in der "Milieu ... nur Milieu (war, es aber) keinen unmittelbaren lebendigen Zusammenhang mit der Realität (gab), in der ein Verbrechen geschah". Es treten "ganz gewöhnliche Menschen als Mordermittler auf den Plan". Und jenes Kanalschiff, von dem man liest und auf dem der Mord geschieht, gondeln oder gondelte wirklich auf dem Götakanal hin und her. Kurz: es zeigt sich hier früh jene Krimiatmosphäre, die besonders den skaninavischen Krimi auszeichnet: Realismus (oder Realitätsnähe) und ein gesellschaftlich-psychologisch der Realität nachempfundenes Verbrenchensumfeld, Feierabendbiere, Überstunden und Nachtdienste, kleveres Kombinieren aber auch mühevolles Voranackern mit Routine-Ermittlungsarbeiten. Und damit ist, so unser überaus bekannter Vorwortautor, ein bedeutender Schritt getan, um folgendem überaus interessanten Aspekt Raum zu geben: den Kriminalroman als Spiegel der Gesellschaft und somit als gesellschaftskritischen Text zu verwenden. Auch er betont, dass Sjöwall und Wahlöö als Elternpaar des skandinavischen Krimis betrachtet. Und- Sie verhalfen damit dem Genre des Kriminalromans im Allgemeinen in bedeutendem Ausmaß dazu, im Kreise der Kritiker usw. ernstgenommen und als "hohe" Literatur anerkannt zu werden.
Auch in anderer Hinsicht ist das Buch sehr interessant: Wie wurde vor 40 Jahren ermittelt? Wie sind solche Morduntersuchungen vor sich gegangen, als Fingerabdruckanalysen noch die Ausnahme waren? "Es gab keine Handys. Man war auf Telefonzellen angewiesen. Man aß in Imbissbars zu Mittag, niemand hatte kleine Tonbandgeräte in der Hosentasche, und von Computern hatte man kaum läuten hören. Die richtig großen Einwanderungswellen hatten gerade erst begonnen. (...) Und alle zeigten ihren Pass vor, selbst wenn sie nur nach Norwegen oder Dänemark reisen wollten."
Schluss nun mit der Geheimniskrämerei um jenen Verfasser des Vorworts: geschrieben hat es der von mir für seine Krimis sehr geschätzte Henning Mankell. Wie er will nun auch ich euch die Lektüre der "Toten im Götekanal" (und auch der anderen Romane, sie haben die selben Qualitäten!) empfehlen.
(Auch die Vorworte in allen anderen Bänden der 10teiligen Serie stammen von bekannten Krimi-SchriftstellerInnen wie etwa Jo Nesbø, Anne Holt und Leif Persson.)
Maj Sjöwall, Per Wahlöö
Die Tote im Götakanal
rororo Taschenbuch
€ 9,20 [A]
Eine Tote, die niemand vermisst und keiner kennt
Eine Leiche wird aus dem Götakanal geborgen. Sie kann nur wenige Tage im Schlamm des Schleusenbeckens gelegen haben – noch immer erkennt man, dass die junge Frau dunkelhaarig und hübsch war. Wie die Obduktion ergibt, wurde sie vor ihrem Tod misshandelt. Tatort: unbekannt. Die Kriminalbeamten stehen vor einem absoluten Rätsel, weil niemand die Frau zu vermissen scheint. Nicht einmal ihr Name kann ermittelt werden. Aber Kommissar Martin Beck gibt nicht auf. Und allmählich erwacht die Tote zum Leben….
Dies ist der erste Band der weltberühmten Serie um den schwedischen Kommissar Martin Beck. In neuer Übersetzung und mit einem Vorwort von... (Quelle: Verlag)
Ja, das Vorwort zur Rowohlt-Neuauflage der "Toten im Götakanal" wurde von einer echten Berühmtheit im Krimi-Genre verfasst und singt wahre Lobeshymnen auf das Buch und eben auf jene Reihe aus zehn "Komissar Beck"-Krimis, deren Anfang "Die Tote im Götakanal" darstellt. Man hält, so steht es ebenda, einen besonderen Kriminalroman, oder besser: einen für seine Entstehungszeit sehr innovativen in Händen. Die Handlung entwickelt sich auf dem schlichten Boden von Ermittlerrealität und Polizeialltag, und löst sich somit aus der Tradition von Puzzlekrimis und Armchair Detectives wie auch von "der hoffnungslos stereotypen Menschenschilderung, der man in der Regel begegnete", und in der "Milieu ... nur Milieu (war, es aber) keinen unmittelbaren lebendigen Zusammenhang mit der Realität (gab), in der ein Verbrechen geschah". Es treten "ganz gewöhnliche Menschen als Mordermittler auf den Plan". Und jenes Kanalschiff, von dem man liest und auf dem der Mord geschieht, gondeln oder gondelte wirklich auf dem Götakanal hin und her. Kurz: es zeigt sich hier früh jene Krimiatmosphäre, die besonders den skaninavischen Krimi auszeichnet: Realismus (oder Realitätsnähe) und ein gesellschaftlich-psychologisch der Realität nachempfundenes Verbrenchensumfeld, Feierabendbiere, Überstunden und Nachtdienste, kleveres Kombinieren aber auch mühevolles Voranackern mit Routine-Ermittlungsarbeiten. Und damit ist, so unser überaus bekannter Vorwortautor, ein bedeutender Schritt getan, um folgendem überaus interessanten Aspekt Raum zu geben: den Kriminalroman als Spiegel der Gesellschaft und somit als gesellschaftskritischen Text zu verwenden. Auch er betont, dass Sjöwall und Wahlöö als Elternpaar des skandinavischen Krimis betrachtet. Und- Sie verhalfen damit dem Genre des Kriminalromans im Allgemeinen in bedeutendem Ausmaß dazu, im Kreise der Kritiker usw. ernstgenommen und als "hohe" Literatur anerkannt zu werden.
Auch in anderer Hinsicht ist das Buch sehr interessant: Wie wurde vor 40 Jahren ermittelt? Wie sind solche Morduntersuchungen vor sich gegangen, als Fingerabdruckanalysen noch die Ausnahme waren? "Es gab keine Handys. Man war auf Telefonzellen angewiesen. Man aß in Imbissbars zu Mittag, niemand hatte kleine Tonbandgeräte in der Hosentasche, und von Computern hatte man kaum läuten hören. Die richtig großen Einwanderungswellen hatten gerade erst begonnen. (...) Und alle zeigten ihren Pass vor, selbst wenn sie nur nach Norwegen oder Dänemark reisen wollten."
Schluss nun mit der Geheimniskrämerei um jenen Verfasser des Vorworts: geschrieben hat es der von mir für seine Krimis sehr geschätzte Henning Mankell. Wie er will nun auch ich euch die Lektüre der "Toten im Götekanal" (und auch der anderen Romane, sie haben die selben Qualitäten!) empfehlen.
(Auch die Vorworte in allen anderen Bänden der 10teiligen Serie stammen von bekannten Krimi-SchriftstellerInnen wie etwa Jo Nesbø, Anne Holt und Leif Persson.)
Maj Sjöwall, Per Wahlöö
Die Tote im Götakanal
rororo Taschenbuch
€ 9,20 [A]
Tarass - 30. Mrz, 00:56




