Michail Lermontow: Ein Held unserer Zeit
Die diesmalige Buchvorstellung will euch von Michail Lermontows Roman "Ein Held unserer Zeit", erschienen im Jahre 1840, erzählen. Worum gehts? Um den ...
... Offizier und Lebemann Petschorin (... der) unter seiner Unfähigkeit zu wahrem Gefühl (leidet). Trotz seiner rastlosen Suche nach Glück bleibt ihm dauerhafte Erfüllung versagt.(suhrkamp.de) Er selbst fasst seine Lage in folgende Worte:
Wissen sie, Maxim Maximytsch, (...) , ich habe einen unglückseligen Charakter; ob mich die Erziehung so gemacht oder Gott so erschaffen hat, weiß ich nicht; (...) von dem Augenblick an, da ich die elterliche Obhut verließ, gab ich mich wild allen Genüssen hin, die man für Geld haben kann, und diese Genüsse wurden mir selbstverständlich zuwider. Dann stürzte ich mich in die grosse Welt, aber bald ödete mich auch die Gesellschaft an; ich verliebte mich in vornehme Schönheiten und wurde wiedergeliebt, doch deren Liebe stachelte nur meine Phantasie und meine Eigenliebe an; das Herz blieb leer... Ich begann zu lesen, zu studieren- aber auch der Wissenschaften wurde ich überdrüssig; ich sah dass weder Ruhm noch Glück von ihnen abhängen, weil die glücklichsten Menschen die Unwissenden sind (...) Da überkam mich Langeweile ... (Auszug, Seite 51)
Der Held unserer Zeit, schreibt der Autor im Vorwort über Petschorin, ist tatsächlich ein Portrait, aber nicht das eines einzelnen Menschen; es ist ein Portrait, das sich aus den voll ausgereiften Lastern unserer ganzen Generation zusammensetzt.
Mit seltener Kunstfertigkeit lässt Michail Lermontow in seinem Roman drei Menschen die Geschichte Petschorins im großen Zusammenhang wie auch in vielen kleinen Begebenheiten erzählen: Petschorins Freund, den Stabskapitän Maxim, einen Reisenden, der die einzelnen Teile des Romans verbindet, sowie Petschorin selbst. Durch den Reisenden gewinnt der Roman zudem eine zusätzliche (wohlgemerkt: zusätzliche!) Facette, nämlich die eines Reiseberichts.
Nun ist, trotz des Meisterwerks, der Name Lermontow eher unbekannt. Ist doch der "Held unserer Zeit", neben seinen Gedichten, mit etwa 200 Seiten sein einziges vollendetes Prosawerk. (suhrkamp.de) Daneben hat Lermontow noch einige Gedichte hinterlassen. Der Grund mag darin liegen, dass er bereits mit 27 Jahren im Duell starb. Mittlerweile steht der Autor aber wie Tolstoj, Dostojewski, Turgenjew, Gogol, Puschkin (...) und Gontscharow (...) für die wichtigste Epoche innerhalb der russischen Literatur; (ihre ... ) Romane (...) sind Teil der Weltliteratur und bis heute lebendig. (suhrkamp.de)
Michail Lermontow
Ein Held unserer Zeit
Roman, Taschenbuch, 209 Seiten
Aus dem Russischen von Günther Stein
€ 8,30 [A]
ISBN 978-3-458-34665-4
... Offizier und Lebemann Petschorin (... der) unter seiner Unfähigkeit zu wahrem Gefühl (leidet). Trotz seiner rastlosen Suche nach Glück bleibt ihm dauerhafte Erfüllung versagt.(suhrkamp.de) Er selbst fasst seine Lage in folgende Worte:
Wissen sie, Maxim Maximytsch, (...) , ich habe einen unglückseligen Charakter; ob mich die Erziehung so gemacht oder Gott so erschaffen hat, weiß ich nicht; (...) von dem Augenblick an, da ich die elterliche Obhut verließ, gab ich mich wild allen Genüssen hin, die man für Geld haben kann, und diese Genüsse wurden mir selbstverständlich zuwider. Dann stürzte ich mich in die grosse Welt, aber bald ödete mich auch die Gesellschaft an; ich verliebte mich in vornehme Schönheiten und wurde wiedergeliebt, doch deren Liebe stachelte nur meine Phantasie und meine Eigenliebe an; das Herz blieb leer... Ich begann zu lesen, zu studieren- aber auch der Wissenschaften wurde ich überdrüssig; ich sah dass weder Ruhm noch Glück von ihnen abhängen, weil die glücklichsten Menschen die Unwissenden sind (...) Da überkam mich Langeweile ... (Auszug, Seite 51)
Der Held unserer Zeit, schreibt der Autor im Vorwort über Petschorin, ist tatsächlich ein Portrait, aber nicht das eines einzelnen Menschen; es ist ein Portrait, das sich aus den voll ausgereiften Lastern unserer ganzen Generation zusammensetzt.
Mit seltener Kunstfertigkeit lässt Michail Lermontow in seinem Roman drei Menschen die Geschichte Petschorins im großen Zusammenhang wie auch in vielen kleinen Begebenheiten erzählen: Petschorins Freund, den Stabskapitän Maxim, einen Reisenden, der die einzelnen Teile des Romans verbindet, sowie Petschorin selbst. Durch den Reisenden gewinnt der Roman zudem eine zusätzliche (wohlgemerkt: zusätzliche!) Facette, nämlich die eines Reiseberichts.
Nun ist, trotz des Meisterwerks, der Name Lermontow eher unbekannt. Ist doch der "Held unserer Zeit", neben seinen Gedichten, mit etwa 200 Seiten sein einziges vollendetes Prosawerk. (suhrkamp.de) Daneben hat Lermontow noch einige Gedichte hinterlassen. Der Grund mag darin liegen, dass er bereits mit 27 Jahren im Duell starb. Mittlerweile steht der Autor aber wie Tolstoj, Dostojewski, Turgenjew, Gogol, Puschkin (...) und Gontscharow (...) für die wichtigste Epoche innerhalb der russischen Literatur; (ihre ... ) Romane (...) sind Teil der Weltliteratur und bis heute lebendig. (suhrkamp.de)
Michail Lermontow
Ein Held unserer Zeit
Roman, Taschenbuch, 209 Seiten
Aus dem Russischen von Günther Stein
€ 8,30 [A]
ISBN 978-3-458-34665-4
Tarass - 9. Mrz, 09:51




