Dienstag, 13. Januar 2009

Es geschah am hellichten Tag

Alt oder neu oder Buch?

Zwei bedeutende Verfilmungen gibt es von Friedrich Dürrenmatts großem Kriminalroman "Das Versprechen". Kurz zum Inhalt: Ein Hausierer findet die Leiche eines Mädchens und meldet den Fund der Polizei. Bald wird er selbst der Tat verdächtigt, bricht unter dem Druck der Verhöre zusammen und gesteht den Mord. Obwohl der Fall abgeschlossen ist, glaubt der Kommissar Matthäi nicht an die Schuld des Hausierers und unternimmt auf eigene Faust weitere Nachforschungen. An einer Tankstelle quartiert er sich als neuer Tankwart ein und stellt dem grausamen Kinderschänder eine Falle. Ein kleines Mädchen soll den Lockvogel spielen.

Quelle: buchkatalog.de

Die neuere Verfilmung, die auch "Das Versprechen" betitelt ist, stellt eine Übertragung der Handlung ins Kanada der Jetztzeit dar. Hauptdarsteller ist Jack Nicholson, Regie führte Sean Penn.

Die ältere Verfilmung von 1958 aber wurde unter Mitwirkung von Dürrenmatt selbst, etwa bei der Erstellung des Drehbuches, verwirklicht. Sie ist damit wunderbar nahe am Buch angesiedelt, und vieles erinnert -zumindest mich- bei Ansehen an meine eigenen Bilder und Vorstellungen während der Lektüre. Die Regie zu dieser Verfilmung, die den Titel "Es geschah am hellichten Tag" trägt, führte Ladislaus Vajda, in der Hauptrolle ist als Kommissär Matthäi Heinz Rühmann zu sehen.

Also: zwei recht unterschiedliche Umsetzungen, die ich aber beide durchaus sehenswert finde. Worüber aber nicht vergessen werden sollte, dass es ja den Roman gibt! Anfangen würde ich vielleicht mit der älteren Verfilmung, um das ganze mit anschließender Lektüre des Buches zu vervollkommnen. Denn dieses ist garantiert am allerspannendsten von allen dreien, und hält einen Schluss von großer Raffinesse bereit, der im Rühmannfilm nicht umgesetzt wurde. Der neuere greift den Schluss zwar auf, vermag aber nicht an die Spannung im Buch nicht heranzureichen. Buch ist gut, ja. Vielleicht empfehle ich also doch -ganz klassisch- Buch vor Film!

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