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Sonntag, 4. Januar 2009

Die andere Seite

Gedanken zum Werk Fjodor Michailowitsch Dostojewskijs

Verhaftung und Verurteilung sowie die Jahre der Haft bedeuten im Leben und Werk Fjodor Michailowitsch Dostojewskijs ganz sicher eine richtungsweisende Wene. Wer verbindet heute noch seinen Namen mit Humoresken? Vor allem in jenen Schaffensjahren vor den Aufzeichnungen aus dem Totenhause sind humorvoll-satirische Aspekte in seinem Werk noch deutlich und in einer gewissermaßen "leichter bekömmlichen Form" vorhanden. In den späten Werken, den berühmten Romanen, geht es, wie man weiß, ernst zu, die Protagonisten ringen mit handfesten Problemen, Gefühlsregungen, Gedanken und Konflikten.

Manche Thematiken, Gedanken und Überzeugungen haben ihn von Anfang an geprägt, haben seinen Weg als Schriftsteller mitgestaltet und zu handfesten Veränderungen in seinem Leben geführt. Soziale Not und wunderliche Charaktere, oft Einzelgänger, sind von Anfang an in seinem Werk vorhanden, was teils sicher den Erlebnissen geschuldet sein mag, die er durch den Berufe seines Vaters -Armenarzt- gemacht hat. Ein hartes Leben hat das Werk dann aber, wie ich finde, mehr und mehr verdüstert, die Auseinandersetzungen, auch aber die satirischen Facetten, ernsthafter und ernsthafter werden lassen.

Ein besonders nettes Beispiel solch einer Humoreske stellt nun Beispielsweise die Erzählung "Die fremde Frau und der Mann unter dem Bett" dar. Sie ist im Band "Sämtliche Erzählungen" des Piper-Verlages sowie auch als Argon-Hörbuch (Hörprobe online!), gelesen von Dieter Mann, erhältlich.

Weitere persönliche Lieblinge aus seinem Werk sind für mich "Der Doppelgänger-Ein Petersburger Poem", der Roman "Erniedrigte und Beleidigte" sowie die Erzählung "Der Traum eines lächerlichen Menschen", von der ich das Glück hatte, mal ne Bühneninszenierung zu sehen.

Bild: www.wissen-digital.de/literatur

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