Das ländliche Polen
des 19. und 20. Jahrhunderts war ein ödes Land, wenig anderes als Felder und arme Landwirtschaften, wenig dort, im Nordosten viel Sumpf, Grenzschenken und einige Grenzposten, Fabriken in denen die Leute erkrankten.
Nichtsdestotrotz hat dieses Land viele bedeutende Schriftsteller hervorgebracht, seien nun sie selbst oder ihre Eltern dort geboren. Und viele von ihnen hat dieses Land in ihrem Lebensgefühl, in ihrem Lebensverständnis sehr geprägt, direkt oder durch die Erzählungen der Eltern, und ermöglichte die Erinnerung an die eigenen Wurzeln.
Ich möchte diesen Gedanken zum Anlass nehmen, euch ein sehr schönes Buch von Aharon Appelfeld vorzustellen. Appelfeld hat mit seinem Roman "Elternland" ein sehr schönes, wunderbar sanftes und wohltuendes Buch geschrieben. Er beschreibt die Reise eines Mannes ins Land seiner Ahnen, die für ihn Anlass zum Wiedererwachen der Erinnerung, zur Rückbesinnung auf sich selbst und seine Wurzeln wird. Er erlebt sich an dem bekannt-unbekannten Ort neu, atmet neue Luft, denkt neue Gedanken, fühlt neue Gefühle. Es liegt dabei eine besondere Melodie und Ruhe in Appelfelds Sprache, die ich euch am besten am Beispiel der Einleitung zum Roman vorstelle. Ein ganz großes Kompliment dafür auch an die Übersetzerin aus dem Hebräischen, Anne Birkenauer.
Jakob Fein, ein stiller Mann, besonnen und von angenehmem Wesen, beschloss nach gewissen Zweifeln, seine Familie und sein florierendes Geschäft für eine Weile zu verlassen, um in das Dorf zu reisen, in dem seine Eltern geboren waren.
Seine Frau hatte für diese Entscheidung kein Verständnis. Sie meinte, eine solche Reise solle man nicht überstürzen. Man müsse sich mit der Familie und mit Freunden beraten; erst nachdem man alles erwogen habe, dürfe man sich für eine Reise entscheiden, und auch dann mache man sie nicht allein. Man fahre nicht allein an einen unbekannten Ort. Er dagegen meinte, er wolle schon seit Jahren dorthin fahren, habe die Reise aber des Ladens und der Kinder wegen immer wieder aufgeschoben. Jetzt habe er das Gefühl, sie nicht länger aufschieben zu können.
Ich möchte euch also somit diese Buch ans Herz legen.
"Elternland"
Roman von Aharon Appelfeld
Rowohlt Taschenbuch
Oktober 2008
Nichtsdestotrotz hat dieses Land viele bedeutende Schriftsteller hervorgebracht, seien nun sie selbst oder ihre Eltern dort geboren. Und viele von ihnen hat dieses Land in ihrem Lebensgefühl, in ihrem Lebensverständnis sehr geprägt, direkt oder durch die Erzählungen der Eltern, und ermöglichte die Erinnerung an die eigenen Wurzeln.
Ich möchte diesen Gedanken zum Anlass nehmen, euch ein sehr schönes Buch von Aharon Appelfeld vorzustellen. Appelfeld hat mit seinem Roman "Elternland" ein sehr schönes, wunderbar sanftes und wohltuendes Buch geschrieben. Er beschreibt die Reise eines Mannes ins Land seiner Ahnen, die für ihn Anlass zum Wiedererwachen der Erinnerung, zur Rückbesinnung auf sich selbst und seine Wurzeln wird. Er erlebt sich an dem bekannt-unbekannten Ort neu, atmet neue Luft, denkt neue Gedanken, fühlt neue Gefühle. Es liegt dabei eine besondere Melodie und Ruhe in Appelfelds Sprache, die ich euch am besten am Beispiel der Einleitung zum Roman vorstelle. Ein ganz großes Kompliment dafür auch an die Übersetzerin aus dem Hebräischen, Anne Birkenauer.
Jakob Fein, ein stiller Mann, besonnen und von angenehmem Wesen, beschloss nach gewissen Zweifeln, seine Familie und sein florierendes Geschäft für eine Weile zu verlassen, um in das Dorf zu reisen, in dem seine Eltern geboren waren.
Seine Frau hatte für diese Entscheidung kein Verständnis. Sie meinte, eine solche Reise solle man nicht überstürzen. Man müsse sich mit der Familie und mit Freunden beraten; erst nachdem man alles erwogen habe, dürfe man sich für eine Reise entscheiden, und auch dann mache man sie nicht allein. Man fahre nicht allein an einen unbekannten Ort. Er dagegen meinte, er wolle schon seit Jahren dorthin fahren, habe die Reise aber des Ladens und der Kinder wegen immer wieder aufgeschoben. Jetzt habe er das Gefühl, sie nicht länger aufschieben zu können.
Ich möchte euch also somit diese Buch ans Herz legen.
"Elternland"
Roman von Aharon Appelfeld
Rowohlt Taschenbuch
Oktober 2008
Tarass - 22. Okt, 06:18




