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Montag, 4. August 2008

Berenices Buchrezension (8)

Titel: Die Blendung
Autor: Elias Canetti
Ausgeliehen weil: Mir Amazon das Buch empfohlen hat

Zum Autor: Elias Canetti wurde am 25. Juli 1905 in Rustschuk, Bulgarien geboren. Seine Kinderjahre verbrachte er in Bulgarien und London. Nach dem Tod des Vaters 1912 verbrachte er mit seiner Mutter und seinen Geschwistern das Leben in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Ab 1924 lebte er in Wien von wo aus er nach dem Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland nach London emigrierte. Ab den 1970er Jahren zog es ihn immer wieder in die Schweiz, wo er dann auch endgültig blieb. Am 14. August 1994 starb er in Zürich.
Neben dem Roman „Die Blendung“ hat er drei Dramen, eine anthropologische Studie, aphoristische Aufzeichnungen und eine mehrbändige Autobiographie veröffentlicht.
Für seine Werke hat er mehrere Preise erhalten, der wichtigste davon wohl der Nobelpreis für Literatur im Jahr 1981.

Der Inhalt:
Für den Sinologen Peter Kien ist seine Bibliothek und seine Arbeit das einzig wichtige. Durch ein Missverständnis heiratet er seine Haushälterin Therese, was er schon bald bereut.

Meine Gedanken zum Buch: Es ist teilweise wirklich witzig dieses Buch zu lesen. Immer wieder wird man in die Gedankenwelt der fünf Personen, die in Interaktion treten, hineinversetzt. Und so weiß der Leser, warum was getan und gesagt wird. Wie im richtigen Leben weiß aber niemand im Buch vom anderen, was er denkt und so gibt es ein Missverständnis nach dem anderen. Dies führt zu recht surrealen Situationen die im Grunde im Irrsinn enden.
Nach der Lektüre dieses Buches fragt man sich, wie oft man im eigenen Leben missverstanden wird und wie das menschliche Zusammenleben wirklich funktioniert (und ob nicht eine kleine Unstimmigkeit zum totalen „Kollaps“ führen kann). Immerhin lebt jeder mehr oder weniger in seiner eigenen Welt und muss doch mit der Gesellschaft interagieren. In diesem Buch ist die Situation natürlich übertrieben dargestellt (denn bis zur Heirat lebt Kien ohne Kontakt nach außen in seiner Bibliothek, allein mit sich und seiner Gedankenwelt) und doch gibt sie einem zu denken.
Dieses Buch würde ich also jedem weiterempfehlen, der einen witzigen und dennoch anspruchsvollen Roman lesen möchte.

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