Henning Mankell: Die fünfte Frau
Henning Mankells "Die fünfte Frau" beschreibt grausame Morde an mehreren Männern. Sie folgen einander im Abstand kaum weniger Wochen. Bereits der erste Mord stellt die Polizei Ystads vor viele Fragen. Vieles daran ist rätselhaft. Ebenso rätselhaft wie die Fragen, die nach dem Fund des zweiten Leichnams auftauchen. Beide Opfer waren Männer, scheinbar auch Sonderlinge. Die Morde selbst sind von großer Brutalität. Nur langsam, mühsam und Stück für Stück lassen sich in den in umfangreichen Ermittlungen erarbeiteten Kenntnissen Zusammenhänge erahnen. Schritt für Schritt aber gelingt es den Polizisten um den berühmten Kommissär Wallander, sich dem Verständnis eines komplexen Verbrechens und seiner Hintergründe zu nähern. Mit den Polizisten tastet sich auch der Leser vor.
Henning Mankells "Die fünfte Frau" belegt durch seine ungewöhnliche Form, dass ein spanndender Krimi keiner bestimmten Form zu folgen hat. Bereits der Prolog nähert sich der Täterin. Erzählt wird chronologisch. Nie aber verliert ein späteres Kapitel an Spannung, weil zuvor zuviel verraten wurde. Erst mit dem Epilog rundet sich alles ab, verbindet sich alles, was sich an Tatsachen und Ahnungen angesammelt hat.
Man merkt aber früh: man liest hier nicht nur einen Spannungsroman. Mankell forscht in seinem Roman nach Gerechtigkeit ebenso wie nach Menschlichkeit. Er gebraucht dazu nicht das allzu einfache Mittel des Anprangerns und Verurteilens ausgesuchter Grausamkeiten. Er wiegt die Frage nach Gerechtigkeit, Selbstgerechtigkeit und Verantwortung immer wieder gut und klar ab, ohne aber eine vorgefertigte Anwort zu servieren. Das Handeln aller seiner (in klarem Licht stehenden) Figuren wird selbst zu dieser Fragestellung, und bereichert den den Roman so um diese Facette bzw. um diese "ethische Qualität".
Nach meinem ersten "Wallander"-Roman bleibt mir also nur übrig, ihn euch zu empfehlen. Das Buch hat mir in jeder Hinsicht gut gefallen.
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