Vom Wasser
Roman von John von Düffel
Familienromane haben ja gemeinhin nicht den Ruf, zu den spannendsten Büchern zu gehören. Es kommt- (aber wo nicht?)- auch hier darauf an, was man wählt. John von Düffels Roman (das Romandebüt des deutschen Dramatikers) erzählt weniger die Geschichte einer Familie (die im Buch auch unbenannt bleibt) als einzelner Menschen, des Ururgroßvaters, des Zahlbegabten und des Zorngewaltigen, der Herrin der Missgunst und Tante, deren geistiger Friede durch eine Verstümmelung des Geistes erkauft werden musste. Nicht zuletzt aber auch vom Wasser der Orpe, mit dem die Geschichten all dieser Menschen eng verbunden sind, und von der Veränderung, und vom fliessen der Dinge.
Im Buch selbst findet der Erzähler dafür diese Worte: "Wie bei unserm Spiel "Franzosenliebchen" tat sich plötzlich die Vergangenheit auf, und die Menschen um uns herum waren nicht mehr, wie wir sie erlebten Tag für Tag, wie wir sie mochten oder nicht mochten, sie waren das, was sie geworden waren, Träger von Geschichten, von unaussprechlichen Geschichten, die im Schweigen nicht endeten und die zu Geschichten des Schweigens geworden waren, zur stummen Fortsetzung ihrer selbst."
Wie ihr seht ist auch der Stil des Autors durchaus angenehm und nicht durchwegs so anspruchsvoll, wie man vielleicht durch das Zitat glauben mag. Es wird wunderbar geruhsam und einfühlsam erzählt. Ein überaus angenehmes Buch!
Zum Buch
Familienromane haben ja gemeinhin nicht den Ruf, zu den spannendsten Büchern zu gehören. Es kommt- (aber wo nicht?)- auch hier darauf an, was man wählt. John von Düffels Roman (das Romandebüt des deutschen Dramatikers) erzählt weniger die Geschichte einer Familie (die im Buch auch unbenannt bleibt) als einzelner Menschen, des Ururgroßvaters, des Zahlbegabten und des Zorngewaltigen, der Herrin der Missgunst und Tante, deren geistiger Friede durch eine Verstümmelung des Geistes erkauft werden musste. Nicht zuletzt aber auch vom Wasser der Orpe, mit dem die Geschichten all dieser Menschen eng verbunden sind, und von der Veränderung, und vom fliessen der Dinge.
Im Buch selbst findet der Erzähler dafür diese Worte: "Wie bei unserm Spiel "Franzosenliebchen" tat sich plötzlich die Vergangenheit auf, und die Menschen um uns herum waren nicht mehr, wie wir sie erlebten Tag für Tag, wie wir sie mochten oder nicht mochten, sie waren das, was sie geworden waren, Träger von Geschichten, von unaussprechlichen Geschichten, die im Schweigen nicht endeten und die zu Geschichten des Schweigens geworden waren, zur stummen Fortsetzung ihrer selbst."
Wie ihr seht ist auch der Stil des Autors durchaus angenehm und nicht durchwegs so anspruchsvoll, wie man vielleicht durch das Zitat glauben mag. Es wird wunderbar geruhsam und einfühlsam erzählt. Ein überaus angenehmes Buch!
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Tarass - 12. Feb, 07:19




